Botanisches Porträt und Besonderheiten des Himmelsbambus / Nandina
Der sogenannte Himmelsbambus ist die einzige Art innerhalb der Gattung Nandina und wird botanisch mit dem Namen Nandina domestica bezeichnet. Er wird der Familie der Berberitzengewächse zugeordnet und stammt aus der Natur Asiens. Er wächst in Japan, China und Indien auf Höhenlagen bis zu 600 Metern und ist dort stark verbreitet. Auch in Europa ist der Himmelsbambus sehr populär; er wurde im Jahre 1781 erstmals wissenschaftlich beschrieben. Heute ist er in circa 40 Sorten erhältlich, die sich in der jeweiligen Wuchsform und Endhöhe sowie der Farbe des Blattes unterscheiden. Im Baumschulhandel wird der Himmelsbambus auch unter den Synonymen Nandine und Heiliger Bambus geführt; dies bezieht sich auf die häufige Verwendung des Himmelsbambus in japanischen Tempelgärten.
Keine Verwandtschaft zum echten Bambus
Obgleich die Verwandtschaft zum Bambus naheliegt, ist der Himmelsbambus nicht mit diesem verwandt. Lediglich die Form und Anordnung der Blätter weist optische Parallelen auf. Der Himmelsbambus wächst als immergrüner Laubstrauch und verwöhnt im Frühjahr mit einem roten Blattaustrieb und im weiteren Jahresverlauf mit einer frischgrünen Blattfarbe, die asiatische Exotik in den deutschen Garten bringt.
Der Himmelsbambus präsentiert sich als immergrüner Strauch oder Zwergstrauch mit einem straff aufrechten Wuchs. Er erreicht je nach Sorte eine ungefähre Endhöhe von 1 bis 2,5 Metern und entwickelt sich zumeist mehrstämmig mit rohrartigen Zweigen. Die Sträucher wachsen horstartig und bilden eine Kronenstruktur, die sich durch eine geringe Verzweigung auszeichnet. Dies lässt den Himmelsbambus anmutig wirken und bringt Leichtigkeit in den Garten.
Das Blatt des Himmelsbambus treibt rot aus und vergrünt dann
Der Himmelsbambus ist immergrün und trägt ein längliches bis lanzettliches Blatt, das an die Blattform des echten Bambus erinnert. Die Blätter stehen wechselständig an den Zweigen und sind zwei- bis dreifach gefiedert. Die einzelnen Blättchen werden circa sieben Zentimeter lang, die Fieder umfasst eine Länge von 30 bis 50 Zentimetern. Besonders schön ist der rote Blattaustrieb von Nandina. Die frischen Blätter funkeln zunächst rot und werden dann frischgrün. Im Herbst wirft der Himmelsbambus sein Blatt nicht ab, es färbt sich aber in warme Nuancen von Gelb, Orange und Purpur und bringt abermals Farbe in den deutschen Garten.
Der Himmelsbambus entwickelt große weiße Blütenrispen
Der Himmelsbambus blüht im Juni und Juli und bildet entweder weibliche oder männliche Blüten aus. Die kleinen weißen Blüten bilden große, verzweigte Blütenrispen, die circa 35 Zentimeter lang werden und dem Strauch eine zarte Optik verleihen. Die auffälligen Rispen duften zudem herrlich und locken Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten an. Dies macht den Himmelsbambus zu einer ökologisch wertvollen Bienennährweide.
Die kleinen roten Beerenfrüchte des Himmelsbambus sind giftig
Aus den Blüten bilden sich im Verlaufe des Sommers kleine, runde Beerenfrüchte, die im Herbst reif sind. Sie leuchten in einem strahlenden Rot und sind circa 8 Millimeter groß. Die Beeren stehen in lockeren Fruchtständen zusammen und bleiben zum Teil bis in den Winter an der Krone haften. Dies verschafft Nandina eine attraktive Optik. Die Früchte sind für den Menschen leicht giftig und dürfen nicht verzehrt werden, einzelne Vögel erfreuen sich aber daran.
Besondere Bedeutung und Nutzen der Gattung Nandina
Die Gattung Nandina hat im Bereich des Gartenbaus eine wesentliche Bedeutung für die Verwendung als Ziergehölz. Die attraktiven Sträucher werden in Gärten und Parkanlagen gepflanzt und verwöhnen dort mit einer weißen Blüte, einem gefiederten Blattwerk und einer dekorativen Frucht. In Asien hat der Himmelsbambus auch eine große kulturelle Bedeutung. Er gilt als Glücks- und Schutzpflanze und wird zu diesem Zwecke in der Nähe von Häusern und Tempeln gepflanzt. Für die Tierwelt bietet der Himmelsbambus vielen Insekten und Vögeln, vor allem im Winter, eine reichhaltige Nahrungsquelle.
Der ideale Standort für Nandina
Ein Standort, der dem Himmelsbambus bestmögliche Bedingungen zum Wachsen garantiert, beschert dem Gärtner eine gesunde Pflanze und asiatische Gartenmomente. Hier gilt es, die individuellen Bedürfnisse der Sorten in Bezug auf die Lichtverhältnisse und die Beschaffenheit des Bodens zu berücksichtigen. Dies entlohnt der Himmelsbambus dann mit seiner extravaganten Optik.
Der Himmelsbambus ist lichtbedürftig und wächst am schönsten in der Sonne
Nandina domestica ist ein Sonnenanbeter und wächst am schönsten an einem möglichst lichtreichen Standort in der Sonne. Dies begünstigt ein kräftiges Wachstum, regt die Blütenbildung an und fördert eine intensive Färbung des attraktiven Laubs. Ein Pflanzplatz im Halbschatten wird akzeptiert, hier gepflanzt bildet der Himmelsbambus aber kaum Blüten sowie keinerlei Früchte aus. Von einem Standort im Schatten ist dringend abzuraten, denn hier wächst der Himmelsbambus nicht und zeigt sich mit einer spärlichen, wenig verzweigten Wuchsform und fehlender Blütenbildung.
Welche Bodenbeschaffenheiten braucht der Himmelsbambus zum Wachsen?
Der Himmelsbambus gilt insgesamt als recht robust. Er wächst am liebsten auf humusreichen Böden mit einem hohen Nährstoffgehalt und entwickelt sich hier am schönsten. Für sein bestmögliches Wachstum sollte er auf einem lockeren und durchlässigen Untergrund gepflanzt werden, der über einen guten Wasserabfluss verfügt, denn Nandina reagiert sensibel auf Staunässe. Die asiatische Pflanze mag leicht feuchte, nicht aber nasse Böden und reagiert auf Letztere mit Wurzelfäulnis. Eine gleichmäßige Bodenfeuchte kann hier vorbeugen und beschert den Sträuchern die besten Bedingungen, um sich zu echten Schönheiten zu entwickeln. In Bezug auf den pH-Wert des Bodens bevorzugt der Himmelsbambus einen leicht sauren bis neutralen Wertebereich. Für seine schönste Entwicklung sollte der Untergrund vor der Pflanzung entsprechend der Bedürfnisse mit Kompost, Humus, Sand oder Kies optimiert werden. Dann verwöhnen die Sträucher zuverlässig mit ihrer asiatischen Ausstrahlung.
Die wichtigsten Arten von Nandina im Überblick
Die Gattung Nandina umfasst lediglich eine Art, die mit dem botanischen Namen Nandina domestica bezeichnet wird. Sie bildet die Grundlage vieler Kulturformen, die sich in der jeweiligen Endhöhe, Wuchsform und Blattfarbe unterscheiden und allesamt mit ihrem fernöstlichen Charme verwöhnen.
Hier eine Liste der schönsten Himmelsbambussorten und ihre Besonderheiten
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Himmelsbambussorte
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Wuchs
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Besonderheit
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Nandina domestica
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2 m hoch, ebenso breit, Kleinstrauch, mehrstämmig, locker aufrecht
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Immergrün, cremefarbene Rispen, rote Beeren, roter Austrieb dann grün mit violettfarbenem Blattrand
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Nandina domestica ’Firepower‘
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0,6 m hoch, ebenso breit, kompakt, stark verzweigt, Zwergstrauch
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Immergrün, intensive Herbstfärbung in Rot, kleine Früchte, Kübel- und Balkonpflanze
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Nandina domestica ‘Gulf Stream‘
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0,6 bis 1 m hoch, buschig, kompakt
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Austrieb bronzeorange, dann grün, rote Herbstfärbung, sehr zierend
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Nandina domestica ‘Richmond‘
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1,5 m hoch, großer Strauch, kräftig und aufrecht wachsend
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Reiche Fruchtbildung, weiße Blüten, duftend
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Nandina domestica ‘Compacta‘
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1 m hoch, Zwergstrauch, mehrstämmig, kompakt
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Immergrün, weiße Blüten, rote Triebe, sehr dekorativ
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Nandina domestica ‘Obsessed‘
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0,5-0,7 m hoch, kompakt, straff aufrecht, Kleinstrauch
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Immergrün, Austrieb rot, dann vergrünend, schöne Herbstfärbung, weiße Blüten, rote Beeren
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Pflanzung, Pflege und Schnitt von Nandina
Für das bestmögliche Anwachsen von Himmelsbambussträuchern empfiehlt es sich, die Ansprüche der Pflanze in Bezug auf den richtigen Pflanzzeitpunkt und die Pflege zu berücksichtigen. Eine richtige Form der Bewässerung sowie Düngung, aber auch ein fachmännischer Rückschnitt begünstigen ein vitales Wachstum und sorgen dann zuverlässig für asiatische Gartenmomente.
Wann und wie pflanze ich den Himmelsbambus am besten?
Für das bestmögliche Pflanzergebnis sollte der Himmelsbambus im Frühjahr gepflanzt werden. Der Untergrund ist nun bereits vorgewärmt und ermöglicht den Sträuchern, im Verlaufe des Gartenjahres einzuwurzeln. Alternativ ist auch eine Pflanzung im Herbst möglich; hier sollte der Zeitpunkt aber vor dem Einsetzen der ersten Fröste gewählt werden. Nandina benötigt Zeit, um vor dem Winter intensiv einwurzeln zu können. Containerpflanzen werden im Topf gezüchtet und haben bereits ein kräftiges Wurzelwerk. Sie können im Unterschied zu Pflanzen als Ballenware ganzjährig gepflanzt werden, sofern der Boden frostfrei ist und die Temperaturen nicht zu hoch sind.
Der richtige Rückschnitt für eine üppige Blüte
Der Himmelsbambus fordert kaum Pflege durch den Gärtner ein und benötigt dementsprechend nur wenig Rückschnitt, um gesund zu wachsen und mit einer schönen Blüte zu erfreuen. Der optimale Zeitpunkt für den Rückschnitt von Nandina ist im zeitigen Frühjahr in den Monaten Februar und März. Der Schnitt vor dem Neuaustrieb fördert ein kräftiges Wachstum der frischen Triebe und gefährdet nicht die neue Blütenbildung. Hierzu sollten alte und schwache Triebe entfernt werden. Lange und fehlwachsende Zweige sollten zudem gekürzt werden. Der Rückschnitt sollte aber nur dezent vorgenommen werden, denn ein radikaler Rückschnitt kann die Blütenbildung beeinträchtigen.
Düngen und Bewässern: Tipps für vitale Pflanzen
Nandina domestica ist relativ pflegeleicht, benötigt aber ausreichend Wasser, um sich bestmöglich entwickeln zu können. In Bezug auf die richtige Unterstützung gilt es zu beachten, dass der Himmelsbambus sensibel auf Staunässe reagiert und ein zu nasser Untergrund Wurzelfäulnis zur Folge hat. Generell wächst die asiatische Pflanze am schönsten auf gleichmäßig feuchten Böden. Der Himmelsbambus benötigt in jungen Jahren nach der Pflanzung eine regelmäßige Bewässerung, während ältere Exemplare, die sich etabliert haben, als robust gelten. Sie benötigen lediglich in extremen Trockenheitsperioden Hilfestellung.
Nährstoffbedarf und Düngung von Nandina
Auch in Bezug auf die Düngung des Himmelsbambus zeichnet sich dieser durch einen genügsamen Charakter aus. Er sollte maßvoll gedüngt werden, da er sensibel auf Überdüngung reagiert. Die Zweige wachsen dann lediglich in die Breite, eine Blütenbildung findet jedoch nicht statt. Bestenfalls unterstützt man die Gattung Nandina einmal pro Jahr im Frühjahr vor dem Neuaustrieb mit einer leichten Düngung. Hierzu eignen sich am besten Kompost, Hornspäne oder ein organischer Langzeitdünger. Wächst er kaum und bildet keine Blüte aus, kann eine weitere leichte Düngung im Frühsommer sinnvoll sein.
Winterhärte und Winterschutz beim Himmelsbambus
Der Himmelsbambus stammt ursprünglich aus Asien und gilt daher in unserem mitteleuropäischen Klima lediglich als bedingt winterhart. Er verträgt Temperaturen bis zu minus 15 Grad Celsius und benötigt daher an kalten Wintertagen Unterstützung. Ältere Pflanzen, die etabliert sind, gelten als wesentlich robuster; junge Pflanzen und Kübelgewächse hingegen sollten mit einem Wärmevlies umhüllt und der Wurzelbereich mit einer Schicht aus Mulch bedeckt werden. Auch ein windgeschützter Standort kann hier helfen.
Bewässerung im Winter für die Gattung Nandina
Wichtig ist es zudem, den Himmelsbambus auch im Winter an frostfreien Tagen regelmäßig zu bewässern. Das immergrüne Blatt verdunstet Wasser, kann dieses aber nicht aus dem gefrorenen Boden aufnehmen. Mit etwas fachmännischer Unterstützung kann der Himmelsbambus somit auch in unseren Breiten zuverlässig an kalten Tagen mit seiner exotischen Ausstrahlung erfreuen.
Verwendung des Himmelsbambus im Garten
Der Himmelsbambus ist ein vielseitiger Gartenstar, der sich im gesamten Jahresverlauf mit einem wunderschönen Farbenspiel des Blattes präsentiert und zudem mit dem Anblick einer sinnlichen Blüte und einer roten Beerenfrucht erfreut. Der Strauch ist in diversen Größen und Wuchsformen erhältlich und ermöglicht die Pflanzung in jeder Gartengröße oder auch in einem Kübel. Nandina ist ein echter Blickfang. Er bringt asiatisches Flair in den Garten und erweist sich als hervorragend geeignet für die Pflanzung als Solitärstrauch, als Heckenpflanze und Sichtschutz sowie als charismatische Kübelpflanze. Inmitten einer Rasenfläche oder in einem Beet gesetzt, setzt er farbenfrohe Akzente und bringt auch im Winter Abwechslung in den Garten.
Gestaltung und Kombinationsmöglichkeiten mit Nandina
In einer Gehölzgruppe gepflanzt, eignet sich der Himmelsbambus auch für die Schaffung eines natürlichen Sichtschutzes oder einer lockeren Hecke. Zudem lässt sich die asiatische Pflanze wunderschön kombinieren und sorgt für große gestalterische Freiheit. Nandina domestica wirkt sehr attraktiv im Zusammenspiel mit anderen Frühblühern wie Schneeglöckchen, Narzissen und Krokussen als Unterpflanzung. Aber auch Stauden und Farne bieten ein harmonisches Bild und verleihen dem Garten eine idyllische, weiche Ausstrahlung. Der Himmelsbambus eignet sich ideal für eine Pflanzung nach Höhenstaffelung. Pflanzt man ihn vor höheren Ziersträuchern und verwendet Bodendecker davor, sorgt er für fernöstliches Flair.
Immergrüne Pflanzpartner für den Himmelsbambus
Besonders schön sind immergrüne Pflanzpartner; sie verstärken seine farbenfrohe Optik und machen den Himmelsbambus zu einem echten Hingucker. Die attraktiven Züchtungen der Gattung Nandina verwöhnen allesamt mit ihrem strahlenden Blatt und gelten zudem als sehr robust. Sie sind echte Liebhaberpflanzen und erweisen sich ganzjährig als belebende Gartenstars.
Häufige Fragen rund um die Gattung Nandina
Ist der Himmelsbambus giftig?
Die Früchte des Himmelsbambus enthalten Stoffe, die für den Menschen giftig sind. Vögel können die Beeren aber sorglos verzehren.
Wie groß wird die Nandina?
Je nach Sorte ist der Himmelsbambus in Wuchshöhen von 40 Zentimetern bis zu 2 Metern erhältlich. Er wächst zumeist aufrecht sowie buschig und präsentiert sich sowohl als mittelgroßer Strauch als auch als Zwergform.
Wann trägt der Himmelsbambus Früchte?
Die Früchte von Nandina entwickeln sich im Herbst und bleiben bis zum Winter an den Zweigen haften. Die kleinen roten Beeren sind dekorativ und werden von vielen Vögeln als Nahrungsquelle genutzt.