Botanisches Portrait und Besonderheiten der Blasenspiere / Physocarpus
Die Pflanzengattung Physocarpus wird der botanischen Familie der Rosengewächse zugeordnet und umfasst zehn Arten, die im deutschsprachigen Raum unter dem Namen Blasenspieren bekannt sind. Die sommergrünen Ziersträucher stammen ursprünglich aus der Natur Nordostasiens sowie aus Nordamerika und gelten auch in Mitteleuropa zunehmend als populäre Ziergehölze. Die bekannteste und für unsere Gartenkultur bedeutendste Art ist die Physocarpus opulifolius. Sie wird auch mit dem Namen Schneeballblättrige Blasenspiere bezeichnet und ist in den artenreichen Laubwäldern Nordamerikas beheimatet. Der wunderschöne Strauch erfreut mit seinen weißen Blütentrauben, einer markanten Baumrinde sowie einem malerischen Wuchs und schmückt mittlerweile vereinzelt den deutschen Garten. Der Strauch gilt dennoch als Rarität und wird nur gelegentlich als Zier- oder Heckenpflanze verwendet. Das Sortiment an Blasenspieren hat sich in den letzten Jahrzehnten allerdings stetig erweitert und verwöhnt mit einer Auswahl an Züchtungen, die sich durch eine kompakte Wuchsform, ein farbenfrohes Blattwerk sowie eine sinnliche Blüte kennzeichnen und dem Gärtner eine vielseitige Verwendung ermöglichen.
Die Blasenspiere wächst malerisch mit weit strebenden Ästen
Die Physocarpus opulifolius ist ein schnell wachsender, sommergrüner Strauch, der sich mit einer formschönen Gestalt präsentiert und eine Endhöhe von circa 3 Metern bei einer ebensolchen Kronenbreite erreicht. Die Äste streben sowohl weit ausgebreitet in die Höhe als auch in die Breite und verleihen der Blasenspiere eine malerische Optik. Gönnt man der Blasenspiere einen freien Stand, entschädigt sie dies im Alter mit malerisch herabhängenden Ästen, die den Strauch ganzjährig zu einem echten Blickfang machen. Besonders im Winter verwöhnt die Blasenspiere mit ihrem attraktiven Anblick, dann kommt ihre aparte Rinde besonders ausdrucksstark zur Geltung. Sie blättert nach einigen Jahren dekorativ in langen Streifen ab.
Die Blätter der Physocarpus opulifolius sind mittelgrün und erinnern an das Blatt des Schneeballs
Die Blätter der Blasenspiere treiben im Frühjahr aus und funkeln in einem satten Mittelgrün. Sie sind drei- bis fünflappig eingekerbt und erinnern optisch an das Blatt des sogenannten Schneeballs (Viburnum). Dies brachte der Physocarpus opulifolius auch den Trivialnamen „Schneeball Blasenspiere“ ein. Im Herbst färbt sich das Laubwerk in warmen Nuancen von Gelb, Orange bis zu Braun und bietet dem Gärtner einen idyllischen Anblick.
Die Blüten der Blasenspiere schimmern rosarot und sind sehr zierend
Die Blüten der Physocarpus opulifolius zeigen sich früh im Sommer und verwöhnen je nach Sorte bereits im Mai mit ihrem lieblichen Anblick. Die kleinen Einzelblüten stehen zu dichten Büscheln zusammen und leuchten in Weiß bis hin zu Blassrosa. Sie haben markante Staubbeutel, die purpurfarben schimmern und der Blüte einen zarten rosafarbenen Schimmer verleihen. Die Blüten der Blasenspiere gelten als sehr attraktiv und verwöhnen nicht nur optisch, sondern locken zudem viele Hummeln, Bienen und andere Insekten an, die sich an dem Nektar und den Pollen bedienen.
Die Früchte der Blasenspiere sind blasenartig geformt
Die Früchte der Blasenspiere sind namensgebend für ihren deutschen Trivialnamen: Die eiförmigen Fruchtkapseln sind blasenartig geformt und schimmern bräunlich. Sie tragen die glänzenden, harten Samen der Blasenspiere in sich und haben wenig dekorativen Wert. Die Früchte werden aber von Fasanen als Nahrungsquelle bevorzugt, dies brachte dem Strauch auch den Namen „Fasanenspiere“ ein.
Besondere Bedeutung und Nutzen der Gattung Physocarpus
Blasenspieren werden in Europa bisher wenig gepflanzt, geraten aber zunehmend in den Fokus als Klimawandelgehölz: Sie gelten als robust, anspruchslos und vertragen hervorragend Trockenheit. Die Sträucher haben zudem einen hohen ökologischen Wert und dienen Insekten, aber auch vielen Vögeln als Nahrungsquelle. Aufgrund des starken Wurzelwerkes und einer guten Windverträglichkeit werden Blasenspieren vor allem in Nordamerika als Erosionsschutzgehölz zur Uferstabilisierung sowie als Windschutzgehölz verwendet. In Mitteleuropa wird die Blasenspiere bisher als Ziergehölz für die Verschönerung des heimischen Gartens gepflanzt, dort begeistert sie dann mit einer wunderschönen Blüte und einer attraktiven Laubfarbe.
Der ideale Standort für die Physocarpus opulifolius
Der ideale Standort für die Pflanzung der Blasenspiere garantiert dem Gärtner ein vitales Wachstum und eine attraktive Optik der Pflanze. Blasenspieren gelten generell als robust, pflegeleicht und standorttolerant. Die Sträucher wachsen in ihrer Heimat zumeist in milden Regionen und sollten dementsprechend einen Standort erhalten, der den natürlichen Bedingungen entspricht. Hier gepflanzt gedeiht der Strauch am besten und überzeugt zuverlässig mit seiner üppigen Blütenfülle.
Blasenspieren mögen das Licht, sind aber flexibel beim Standort
Physocarpus opulifolius zeigt sich mit einem standorttoleranten und anpassungsfähigen Charakter: Sie wächst auf nahezu jedem Standort, bevorzugt aber einen sonnigen bis halbschattigen Platz im Garten und gilt generell als lichtbedürftig. Je nach Sorte benötigen unter anderem einige rotlaubige oder gelblaubige Kulturformen einen möglichst sonnigen Stand, um ihre Laubfarbe ausbilden zu können. Sie wachsen zuverlässig auch im Halbschatten, die Blattfarbe wirkt aber blasser. Hier gilt es, die individuellen Ansprüche der jeweiligen Sorte zu beachten.
Welche Bodenbeschaffenheiten Blasenspieren zum Wachsen benötigen
Die Blasenspiere wächst auf nahezu jedem Boden und toleriert hervorragend auch steinige und ärmere Untergründe. Optimal erweist sich ein Untergrund, der locker, humos und frisch bis mäßig trocken ist. Lediglich anhaltende Staunässe bereitet der Blasenspiere Probleme, hier reagieren die Wurzeln mit Fäulnis. Die Schaffung eines ausreichenden Wasserabflusses ist daher elementar. In Bezug auf den pH-Wert des Bodens bevorzugt die Blasenspiere einen neutralen bis schwach sauren Bereich. Für das bestmögliche Wachstum empfiehlt es sich, den Strauch mit einer Mulchschicht aus Rindenkompost oder Laub zu unterstützen. Dann hält der Boden eine gleichmäßige Bodenfeuchte und bietet den Wurzeln die besten Bedingungen.
Die wichtigsten Arten der Physocarpus opulifolius Überblick
Obwohl die Blasenspiere in Mitteleuropa bisher wenig gepflanzt wird, ist sie mittlerweile in vielen Kulturformen erhältlich, die sich in der Farbe der Blätter und der Wuchshöhe unterscheiden. Die meisten Sorten sind Züchtungen der Mutterart Physocarpus opulifolius, sie gilt für den Gartenbau als die bedeutendste Art. Selten begegnet man auch der Physocarpus amurensis (Amur-Blasenspiere).
Hier eine Liste der schönsten Blasenspieren und ihrer Besonderheiten
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Blasenspieren -Art
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Wuchs
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Besonderheit
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Physocarpus amurensis
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2-3m hoch, 2-2,5m breit, strauchartig, breitbuschig, locker
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Grobes Laub, weniger farbenfroh, sehr frosthart
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Physocarpus opulifolius
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3-4m hoch, und breit, strauchartig, überhängende Zweige
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Hellgrünes Blatt, Blüte weiß bis zartrosa, frosthart, standorttolerant
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Physocarpus opulifolius ‘Corona‘
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2m hoch, aufrecht, buschig
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Strahlend rotes Blatt, rosa Blüte, frosthart
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Physocarpus opulifolius ‘Diabolo‘
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3m hoch und 2m breit, aufrecht, später überhängend
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Blutrotes Blatt, cremeweiße Blüte, zierend, frosthart
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Physocarpus opulifolius ‘Red Baron‘
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3m hoch und 2m breit, aufrecht, später überhängend
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Austrieb bronzefarben, dann braunrot, weiße Blüte
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Physocarpus opulifolius ‘Little Devil‘
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3-5m hoch und breit, aufrecht, überhängend
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Blutrotes Blatt, Blüte cremeweiß
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Physocarpus opulifolius ‘Dart´s Gold‘
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3-5m hoch und breit, aufrecht, überhängende Zweige
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Goldgelbes Blatt, Blüte weiß bis rosa, sehr dekorativ
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Physocarpus opulifolius ‘Luteus‘
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2-3m hoch, 2m breit, aufrecht, dicht verzweigt
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Austrieb gelb, dann bronzegelb, Weiße Blüte mit rosa Schimmer
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Physocarpus opulifolius ‘Nugget‘
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2m hoch, 1,5 m breit, dichtbuschig, kompakt
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Gelblaubig, weiße Blüten, sehr dekorativ
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Pflanzung, Pflege und Schnitt von Blasenspieren
Für das bestmögliche Wachstum sollten die individuellen Bedürfnisse der Blasenspiere berücksichtigt werden. Der richtige Pflanzzeitpunkt, die Ansprüche der Blasenspiere an Bewässerung sowie an den richtigen Rückschnitt garantieren dem Gärtner malerische Gartenmomente, eine üppige Blüte und ein farbintensives Blattwerk.
Wann und wie man Blasenspieren am besten pflanzt
Für das bestmögliche Anwachsen der Blasenspieren ist der richtige Zeitpunkt für die Pflanzung entscheidend. Optimal ist die Pflanzung der Physocarpus opulifolius im frühen Frühjahr, denn in den Monaten März bis April ist der Boden bereits vorgewärmt und der Strauch kann im Verlaufe der Gartensaison kräftig einwurzeln. Alternativ kann die Blasenspiere auch im Herbst gesetzt werden, sofern der Boden noch frostfrei ist.
Physocarpus opulifolius im Container ist fast ganzjährig pflanzbar
Im Unterschied zu Pflanzen als Ballenware können Containerpflanzen, deren Wurzeln mit einem Topf versehen sind, nahezu ganzjährig gepflanzt werden. Lediglich starker Frost und extreme Sommerhitze gilt es hier zu vermeiden. Die Vorbereitung des Bodens vor der Pflanzung kann das bestmögliche Wachstum begünstigen. Hier empfiehlt es sich, den Untergrund zu lockern und gegebenenfalls mit Kompost oder Mulch zu optimieren. Auch der Aushub eines möglichst doppelt so großen Pflanzloches, wie der Wurzelballen groß ist, garantiert dem Gärtner ein vitales Wachstum der Blasenspiere.
Der richtige Rückschnitt für eine üppige Blüte
Blasenspieren sind generell sehr schnittverträglich und können problemlos einen kräftigen Schnitt erhalten. Hier gilt es aber, den richtigen Zeitpunkt für den Schnitt zu beachten, um die Ausbildung der Blüte nicht zu gefährden. Blasenspieren blühen am alten Holz, also an den Trieben, die im Vorjahr gewachsen sind. Ein zu früher und zu radikaler Rückschnitt im Frühjahr kann die Blüte der Blasenspiere somit verringern. Optimal ist ein Pflegerückschnitt nach der Blüte im Sommer. Dies begünstigt die Bildung der neuen Blüte, fördert die Entwicklung eines farbintensiven Blattes und sorgt für vitales Wachstum. Alle 3 bis 4 Jahre sollte die Blasenspiere einen Verjüngungsschnitt erhalten. Alte und verholzte Triebe sollten dann im Februar oder März bodennah abgeschnitten werden. Dies regt den Neuaustrieb an und sorgt für eine Verjüngung des Strauches.
Düngen und Bewässern: Tipps für vitale Pflanzen
Blasenspieren sind generell robuste und genügsame Sträucher, die wenig Unterstützung durch den Gärtner einfordern. Dennoch begünstigen eine maßvolle Düngung und eine regelmäßige Bewässerung das bestmögliche Wachstum der Pflanze. Blasenspieren zeigen Trockenheit durch schlaffe oder leicht eingerollte Blätter an und sollten dann mit einer Wassergabe unterstützt werden. Nach dem Anwachsen der Blasenspieren ist der Wasserbedarf gering und sollte selten, dann aber kräftig erfolgen. Bestenfalls gießt man den Strauch einmal pro Woche abends oder morgens, wenn die Sonne noch wenig Kraft hat. Dann können die Wurzeln das Wasser am besten aufnehmen. Staunässe sollte vermieden werden, hier reagiert die Blasenspiere sensibel.
Maßvolle Düngung der Physocarpus opulifolius im Frühjahr ist ideal
Blasenspieren benötigen wenig Nährstoffe und sollten dementsprechend nur maßvoll gedüngt werden. Eine leichte Düngung mit Kompost, Hornspänen oder einem organischen Langzeitdünger im Frühjahr fördert den Austrieb und sorgt für eine üppige Blüte. Von einer starken Düngung im Sommer ist abzusehen, dies verhindert das Ausreifen der Triebe und verhindert die Bildung eines Frostschutzes.
Winterhärte und Winterschutz von Blasenspieren
Physocarpus opulifolius ist ausgesprochen winterhart und verträgt ohne Schwierigkeiten niedrige Temperaturen bis zu minus 25 Grad Celsius. Der Strauch gilt als einer der robustesten Ziersträucher und benötigt daher keinerlei Unterstützung durch den Gärtner. Lediglich Kübelpflanzen und junge Pflanzen, die noch nicht etabliert sind, sollten in der Jugend mit einem Winterschutz versehen werden. Hier eignen sich die Umhüllung des Kronenbereiches mit einem Wärmevlies sowie die Mulchung des Wurzelbereiches mit Mulch, Laub oder Reisig.
Verwendung der Blasenspiere im Garten
Blasenspieren sind echte Liebhaberstücke, die bisher nur selten in unseren Gärten gepflanzt werden, dann aber mit ihrer attraktiven Optik begeistern. Die sommerblühenden Sträucher erweisen sich als vielseitig und verwöhnen zuverlässig mit einer lieblichen Blüte, je nach Sorte mit farbenprächtigem Laub und zudem mit einem sehr robusten sowie pflegeleichten Charakter.
In Einzelstellung oder in Kombination mit anderen Sträuchern
Am schönsten wirkt der attraktive Strauch in Einzelstellung gepflanzt zum Beispiel inmitten einer Rasenfläche, als Blickfang in einem Staudenbeet oder auch am Rand einer Terrasse. Hier kann er sich am schönsten entfalten und die formschöne Gestalt und das farbeprächtige Laub kommen besonders ausdrucksstark zur Geltung. Auch die Kombination mit anderen Sträuchern verschafft dem Gärtner einen wunderschönen Anblick. Als Gehölzgruppe im Zusammenspiel mit einem Flieder oder einer Prachtspiere bietet die Blasenspiere dem Gärtner ein sinnliches Blütenerlebnis.
Als Heckenpflanze oder im Pflanzkübel
Die Physocarpus opulifolius eignet sich sowohl als Ziergehölz als auch als Heckenpflanze sowie als Kübelgewächs. Sie lässt sich wunderschön mit anderen Stauden, immergrünen Sträuchern oder Gräsern kombinieren und sorgt für harmonische Gartenmomente. Die Abstimmung der individuellen Blühfarbe und der Blütezeit ermöglicht dem Betrachter rund um die Gartensaison eine farbenfrohe Optik. Zudem gilt die Blasenspiere als ökologisch wertvoll, sie lockt Insekten und Vögel an und dient diesen als reichhaltige Nahrungsquelle. Die Sträucher verwöhnen somit optisch wie auch mit einem sehr robusten sowie genügsamen Charakter.
Häufige Fragen rund um die Gattung Physocarpus opulifolius
Was sind Blasenspieren?
Die Blasenspiere ist ein laubabwerfender Zierstrauch aus der Familie der Rosengewächse. Er zeichnet sich durch zumeist farbige Blätter, eine weiße Blüte, eine attraktive Rinde und blasenartige Fruchtkapseln aus.
Wie viele Arten von Blasenspieren gibt es?
Die Gattung der Blasenspieren umfasst 10 bis 12 Arten, die in Nordamerika und in Asien beheimatet sind. Die im Gartenbau bekannteste Art ist die Physocarpus opulifolius. Sie ist in vielen Zuchtformen erhältlich. Vereinzelt wird auch die Physocarpus amurensis gepflanzt. Alle anderen Arten haben in der hiesigen Gartenkultur keine Bedeutung.
Wo wächst die Blasenspiere am besten?
Blasenspieren wachsen am besten in der Sonne oder im Halbschatten. Je sonniger der Standort ist, desto intensiver färbt sich das Blatt. Sie bevorzugen lockere, humose, durchlässige und mäßig trockene Untergründe. Staunässe sollte vermieden werden.
Wie oft blühen Blasenspieren?
Blasenspieren blühen einmal im Sommer in den Monaten Mai bis Juni. Ihre Blüten bilden sich am vorjährigen Holz, sodass der Strauch im Frühjahr nicht zu stark zurückgeschnitten werden sollte.
Wie lange lebt eine Blasenspiere?
Sträucher der Gattung Blasenspiere gelten als langlebig und robust. Bei einem regelmäßigen Rückschnitt verwöhnen sie mit einer Lebensdauer von bis zu 20 Jahren.