Botanisches Portrait und Besonderheit der Bartblume / Caryopteris
Die sogenannte Bartblume ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Lippenblütler und umfasst sieben Arten, die allesamt in der Natur Asiens beheimatet sind. Die Gattung wird mit dem botanischen Namen Caryopteris bezeichnet und das natürliche Verbreitungsgebiet befindet sich in China. Einzelne Arten wachsen auch in Japan, Korea sowie in der Mongolei. Bartblumen gelten in Mitteleuropa als beliebte Ziergehölze, und sie verwöhnen mit einer attraktiven Blüte und einem formschönen, strauchartigen Wuchs. Sie schmücken viele heimische Gärten. Als Beetpflanze, aber auch als Kübelgewächs verfügen sie über einen hohen ökologischen Wert. Ihre späte Herbstblüte überzeugt nicht nur optisch, sondern lockt Bienen, Hummeln und andere Insekten an, die sich an der wertvollen Nahrungsquelle erfreuen. Zudem begeistert die Pflanzen der Gattung Caryopteris mit einem genügsamen und pflegeleichten Charakter.
Bartblumen wachsen aufrecht zu krautartigen Halbsträuchern heran
Pflanzen der Gattung Caryopteris entwickeln sich krautartig und aufrecht strebend zu sommergrünen Sträuchern oder Halbsträuchern. Sie erreichen je nach Art eine Endhöhe von bis zu einem Meter und eignen sich damit hervorragend für die Verschönerung von privaten Gärten. Hier verwöhnen sie mit ihrem attraktiven Wuchs sowie einer lieblichen Blüte und erweisen sich sowohl in einem Topf als auch im Beet als strahlendes Schmuckstück.
Die Blätter der Bartblume sind schmal-lanzettlich und wirken filigran
Die Blätter der sommergrünen Caryopteris stehen gegenständig an den schlanken Zweigen und sind von einem silbrigen, dünnen Flaum überzogen. Dies schützt sie im Sommer vor dem Austrocknen. Die Blättchen erreichen eine Länge von bis zu acht Zentimetern und sind schmal-lanzettlich geformt. Sie funkeln je nach Art sattgrün, silbrig-grün oder grünlich-gelb und sind zum Teil mit feinen Härchen oder glänzenden Blattdrüsen besetzt. Das Blatt der Bartblume wirkt insgesamt sehr filigran und verleiht den Bartblumen eine anmutige Optik.
Liebliche Blüten der Caryopteris leuchten in Flieder bis Rosarot und locken Insekten an
Im späten Sommer präsentieren die Bartblumen ihre attraktiven Blüten, die zu dichten Blütenständen in den Blattachsen stehen. Je nach Art funkeln sie in Flieder, Blauviolett oder Rosa und erfreuen mit ihrem lieblichen Anblick. Die einzelnen Blüten sind eher klein und verfügen über eine doppelte Blütenhülle. Der Kelch ist vier- bis sechszahnig oder gelappt und die Blütenkronen besitzen eine kurze Röhre. Die dekorativen Röhrenblüten verwöhnen im Spätsommer bis zum Oktober mit ihrer intensiven Farbgebung und erweisen sich als sehr bienenfreundlich. Ihr hoher Pollen- und Nektargehalt lockt unzählige Hummeln, Bienen und Falter in die Nähe der Bartblumen und macht sie zu wertvollen Insektenmagneten.
Dezente Klausenfrüchte bilden sich nach der Blüte
Aus den Blüten der Bartblumen bilden sich dezente Klausenfrüchte. Sie entwickeln sich durch das Austrocknen des Kelches, der nach der Reifung zerfällt und die vier kleinen Teilfrüchte freigibt. Die nussartigen braunen Samen fallen schließlich von der Bartblume herab und werden vom Wind in alle Richtungen des Gartens getragen.
Der ideale Standort für die Caryopteris
Der optimale Standort für die Pflanzung von Bartblumen belohnt den Gärtner mit einer wunderschönen, reichen Blüte und einem gesunden Wachstum der Pflanze. Hierzu ist es entscheidend, die individuellen Bedürfnisse der jeweiligen Art zu berücksichtigen. Alle Arten der Gattung Caryopteris stammen aus subtropischen bis gemäßigten Klimazonen und benötigen dementsprechend Bedingungen, die denen des natürlichen Verbreitungsgebietes nahekommen. Dann entwickelt sich die Bartblume zu einem wunderschönen Blütentraum und gilt als zuverlässig und robuste Gartenkonstante.
Bartblumen sind Sonnenanbeter und lieben es warm und geschützt
Bartblumen sind echte Sonnenanbeter und lieben warme sowie lichtreiche Standorte. Sie sollten somit an einem vollsonnigen Platz im Garten gepflanzt werden und entwickeln sich hier am schönsten. Ein Standort im Halbschatten wird zwar akzeptiert, führt aber zu erheblichen Einbußen bei der Blütenbildung. Als ideal gilt ein windgeschützter und warmer Standort, zum Beispiel an einer Hauswand oder in einem Kübel auf einer nach Süden ausgerichteten Terrasse. Hier begeistert die asiatische Gartenschönheit mit ihrer fernöstlichen Optik und verwöhnt zuverlässig mit ihrer farbintensiven Blütenfülle.
Welche Bodenbeschaffenheiten Bartblumen zum Wachsen benötigen
Bartblumen gelten insgesamt als genügsam und robust. Sie stellen kaum Ansprüche an den Boden und erweisen sich als pflegeleichte Gartenbewohner. Bevorzugt wachsen alle Arten der Gattung Caryopteris auf mäßig nährstoffreichen, trockenen bis frischen und durchlässigen Böden. Sie reagieren sensibel auf anhaltende Staunässe und benötigen einen lockeren Untergrund, der über einen ausreichenden Wasserablauf verfügt. Bezüglich des pH-Wertes des Bodens bevorzugen Bartblumen einen leicht alkalischen bis neutralen Untergrund. Hier entwickeln sie sich am schönsten. Für das bestmögliche Wachstum von Bartblumen sollte der jeweilige Pflanzplatz diesbezüglich vor der Pflanzung geprüft und gegebenenfalls mit einer Zugabe von Sand, Kies, Mulch oder Kalk optimiert werden. Dies garantiert dem Gärtner ein gutes Anwachsen der Pflanze und farbenfrohe Blütenerlebnisse im Sommer.
Die wichtigsten Arten im Überblick
Die Gattung Caryopteris umfasst circa 7 Arten, die allesamt aus Asien stammen. Bedeutend für ihre Nutzung als Zierpflanze sind aber nur wenige Arten und daraus entstandene Kulturformen. Sie begeistern allesamt mit einer farbintensiven, duftenden Blüte, einer robusten Winterhärte und einem hohen ökologischen Wert.
Hier eine Liste der schönsten Bartblumen und ihrer Besonderheiten
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Caryopteris-Sorte
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Wuchs
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Besonderheit
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Caryopteris x clandonensis/ Clandonder Bartblume
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0,6-1 m, kompakt, krautig
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Wichtigste Art in der Gartenkultur, reichblühend, blau-violett, innsektenfreundlich, trockenverträglich
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Caryopteris x clandonensis ‘Heavenly Blue’
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0,6-0,9m, kompakt, aufrecht
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Reichblühend, duftend, Insektenmagnet, gut winterhart
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Caryopteris x clandonensis ‘Grand Bleu’
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0,8- 1m, dichtbuschig
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Satte Blütenfarbe in tiefem blau, sonnenliebend
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Caryopteris x clandonensis ‘White Surprise’
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0,7m, kompakt, krautig
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Weiß panaschiertes Blatt, hellblaue Blüte, dekorativ
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Caryopteris indica/ Chinesische Bartblume
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Circa 1m krautig, buschig
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Hellblaue Blüte, frostempfindlich, selten in Kultur
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Caryopteris mongholica/ Mongolische Bartblume
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Circa 30-50cm, niedrig, buschig
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Grüngraues Laub, hellblaue Blüte, selten in Kultur
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Pflanzung, Pflege und Schnitt der Caryopteris
Die Beachtung des richtigen Pflanzzeitpunktes sowie der individuellen Bedürfnisse der Bartblumen bezüglich ihrer Bewässerung, des richtigen Rückschnittes sowie der Pflege garantiert dem Gärtner eine malerische Optik, eine üppige Blüte und ein gesundes Wachstum. Hier gilt es, auf die einzelnen Ansprüche einzugehen.
Wann und wie man Bartblumen am besten pflanzt
Der optimale Zeitpunkt für die Pflanzung von Pflanzen der Gattung Caryopteris garantiert dem Gärtner ein gutes Anwachsen und eine reiche Blütenbildung im Spätsommer. Die beste Pflanzzeit für Bartblumen ist im Frühjahr in den Monaten April und Mai, sofern der Boden frei von Frost ist. Der Untergrund ist nun vorgewärmt und die Wurzeln können sich über die Sommermonate intensiv entwickeln, sodass sie im Winter kräftig eingewurzelt sind. In milden Regionen ist alternativ auch eine Pflanzung der Bartblume im Herbst möglich, solange das Erdreich frostfrei ist und die Pflanze Zeit hat, sich zu etablieren. Generell gilt, das Containerpflanzen, deren Wurzeln in einem Topf kultiviert wurden, ganzjährig zu pflanzen sind. Im Gegensatz zu Pflanzen als Ballenware verfügen sie über ein starkes Wurzelwerk, das eine ganzjährige Pflanzung möglich macht.
Der richtige Rückschnitt für eine üppige Blüte der Bartblume
Pflanzen der Gattung Caryopteris blühen am jungen Holz, also an den Trieben des aktuellen Jahres, sodass der richtige Zeitpunkt für den Rückschnitt entscheidend ist für eine üppige Blütenbildung. Bartblumen sollten daher in den Frühlingsmonaten März bis April vor dem Austrieb geschnitten werden, sobald der Boden frostfrei ist. Von einem Rückschnitt im Herbst ist abzuraten, denn dieser führt zu einer Beschädigung der Blüte und zu Frostschäden. Generell gilt, dass Bartblumen einmal pro Jahr mit einem radikalen Rückschnitt im Frühjahr zu pflegen sind. Die Entfernung alter, holziger sowie nach innen strebender Triebe verjüngt die Pflanze und regt die Neubildung der frischen Triebe an. Zudem wird die Bildung einer üppigen Blüte gefördert, sodass die Bartblume schließlich im Spätsommer mit einer farbenfrohen Blütenpracht verwöhnt.
Düngen und Bewässern: Tipps für eine vitale Caryopteris
Mit der richtigen Pflege in Bezug auf Bewässerung und Düngung verwöhnen Bartblumen zuverlässig mit einem attraktiven Wuchs sowie einer farbenfrohen Blüte und erweisen sich als charismatische Gartenschönheiten. Hierzu sollten die individuellen Bedürfnisse der Pflanzen berücksichtigt werden. Pflanzen der Gattung Caryopteris gelten insgesamt als trockenverträglich und robust. Sie stammen ursprünglich aus warmen Regionen und kommen hervorragend mit kurzzeitigen Trockenperioden zurecht. Die Bewässerung sollte somit ausschließlich bei der Pflanzung von jungen Exemplaren sowie bei anhaltender Hitze erfolgen. Es empfiehlt sich, die Bartblume selten, aber kräftig zu wässern und darauf zu achten, dass der Boden nicht zu feucht ist. Staunässe vertragen Bartblumen nicht, hier reagieren ihre Wurzeln mit Wurzelfäulnis, sodass die Schaffung eines guten Wasserabflusses elementar für ein vitales Wachstum ist.
Einmalige Düngung im Jahr ist ausreichend
Caryopteris-Arten haben generell einen niedrigen Nährstoffbedarf und kommen mit wenig Dünger zurecht. Sie sollte daher ausschließlich einmal im Gartenjahr mit einer Zugabe von reifem Kompost, Hornspänen oder einem organischen Blumendünger unterstützt werden. Eine Spätdüngung im Juli sollte vermieden werden, denn sie führt zu einem Neuaustrieb der Triebe, der den Einflüssen des Winters nicht standhält. Bartblumen verwöhnen somit insgesamt mit einer genügsamen und robusten Art. Sie benötigen wenig Bewässerung, leichte Düngung sowie einen lockeren Untergrund und erweisen sich dann als vitale und blühfreudige Gartenschönheiten.
Winterhärte und Winterschutz
Pflanzen der Gattung Caryopteris gelten als wärmeliebend und lichtbedürftig, sodass sie nur bedingt winterhart sind. Werden sie schutzlos dem Frost ausgesetzt, reagieren sie mit Winterschäden, wie zum Beispiel mit braunen Trieben oder dem Absterben der oberen Pflanzenteile. Sie überstehen Temperaturen bis zu -15 Grad Celsius und sollten besonders in der Jugend oder aber in strengen Wintern mit einem Winterschutz unterstützt werden. Die Umhüllung der Pflanze mit einem Wärmevlies oder die Mulchung des Wurzelbereiches mit Laub, Rindenmulch oder Reisig bieten der Bartblume Schutz vor niedrigen Temperaturen und lassen diese besser überstehen. Hat sich die Bartblume einmal an ihrem Platz im Garten etabliert, gilt die ältere Pflanze als etwas robuster und ein Schutz ist ausschließlich bei extremen Wintertemperaturen nötig.
Verwendung der Bartblume im Garten
Bartblumen sind beliebte Spätsommerblüher, die nach der imposanten Sommerblüte weiterhin für farbenfrohe Blüherlebnisse sorgen. Die sonnenliebenden Pflanzen verlängern die Blütezeit bis in den Herbst und bringen intensive Farben in den Garten. Sie eignen sich besonders gut für die Verschönerung von Privatgärten sowie Parkanlagen und wachsen überall dort, wo sie ausreichend Licht und Sonne erhalten. Besonders schön entwickeln sich Bartblumen in sonnigen Beeten in Kombination mit andern Sonnenanbetern wie dem Lavendel, dem Sonnenhut oder der Salbeipflanze. Das Zusammenspiel von blühenden Stauden unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Blütezeiten bietet dem Gärtner ganzjährig eine farbenfrohe Optik. Auch die Kombination der Bartblumen mit Pflanzpartnern nach individueller Blühfarbe sorgt für attraktive Naturmomente und macht die Bartblume zu einem vielseitigen Blickfang. Sie wirkt in Einzelstellung in einem Beet gepflanzt, aber auch in einer Pflanzgruppe, und sorgt für Harmonie im Garten. Ebenso gilt die Mischung der Caryopteris mit immergrünen Sträuchern, mit Rosen oder mit Gräsern als sehr dekorativ und erzeugt aparte Kontraste sowie eine dynamische Wirkung. Generell erweisen sich Pflanzen der Gattung Caryopteris als vielseitig einsetzbar, und unter Berücksichtigung ihrer Ansprüche in Bezug auf sonnige Standorte verwöhnen sie den Gärtner zuverlässig mit ihrer krautigen Wuchsform, einer lieblichen Blüte und einem aromatischen Dufterlebnis.
Häufige Fragen rund um die Gattung Caryopteris
Welche ökologische Bedeutung haben Bartblumen?
Bartblumen sind sehr insektenfreundlich und ihre Blüten verfügen über einen hohen Pollen- sowie Nektargehalt. Ihre späte Blüte bietet den Insekten eine Nahrungsquelle, wenn andere Blumen bereits verblüht sind. Zudem bietet die dichtbuschige und kompakte Struktur der Bartblumen vielen Insekten einen Schutzraum für viele Kleininsekten.
Wie winterhart sind Bartblumen?
Bartblumen gelten als winterhart bis zu einer Temperatur von minus 15 Grad Celsius. Sie benötigen an kalten Wintertagen die Unterstützung des Gärtners mit einem Winterschutz, wie zum Beispiel einem Wärmevlies, und die Mulchung des Wurzelbereiches. Besonders junge Pflanzen und Kübelgewächse sollten geschützt werden, ältere Pflanzen sind nach einigen Jahren robust und benötigen lediglich bei extremen Minusgraden Unterstützung durch den Gärtner.
Welche Sorten der Bartblume sind empfehlenswert?
Besonders populär für die Verschönerung von Gärten sind Selektionen der Caryopteris x clandonensis, denn sie blühen am schönsten und verwöhnen mit einer langen Blütezeit sowie einem robusten Charakter. Hier gelten die blaublühenden Züchtung ‘Heavenly Blue‘, ‘Kew Blue‘ und ‘Grand Bleu‘ als echte Klassiker. Auch die Sorten ‘Blue Cloud‘ und ’Camara Compact Blue‘ begeistern aufgrund eines kompakten Wuchses. Die Selektion ‘Summer Sorbet‘ erfreut mit einem farbenfrohen Laub. Sie alle gelten als sehr beliebt und überzeugen mit einer attraktiven Optik.