Botanisches Portrait und Besonderheiten der Hasel / Corylus
Die Pflanzengattung Corylus umfasst circa 15 Arten, die im deutschsprachigen Raum als Haseln bezeichnet werden. Sie wird der botanischen Familie der Birkengewächse zugeordnet und die Pflanzen präsentieren sich als laubabwerfende Sträucher und Bäume, die zumeist in den gemäßigten Zonen von Nordamerika über Europa bis nach Vorderasien beheimatet sind. Dort wachsen sie vor allem in lichten Laubwäldern sowie als Dickicht und entlang von Feldern und Flüssen. Die Gattung Corylus ist eine der ältesten Pflanzengattungen überhaupt und sie hat auch in unseren Gärten eine lange Tradition. Besonders populär ist die in Deutschland heimische Gemeine Hasel. Sie ist in unzähligen Kulturformen erhältlich und gilt als stark verbreitet.
Charakter und Zierwert der Gemeinen Hasel
Der attraktive Strauch verwöhnt mit seinem ursprünglichen Wuchs, einem strahlenden Blatt und vor allem mit einer schmackhaften Frucht, die als Haselnuss bezeichnet wird. Zudem gilt die Gemeine Hasel aufgrund ihrer frühen Blüte und der reichhaltigen Frucht als sehr wertvoll für die Tierwelt und die Ziersträucher verfügen über einen hohen ökologischen Wert.
Haseln wachsen zumeist buschig und mehrtriebig zu attraktiven Sträuchern
Haseln wachsen zumeist mehrstämmig zu Sträuchern oder kleinen Bäumen und können je nach Art eine ungefähre Endhöhe von 15 bis 20 Metern erreichen. Vereinzelt präsentieren sie sich auch baumartig wachsend (Baumhasel) mit einem einzelnen Stamm und einer runden Baumkrone. Die meisten Sorten der populären Gemeinen Hasel wachsen buschig sowie vieltriebig aus dem Boden heraus und erfreuen mit einem raschen Wuchs von 30 bis 50 Zentimetern pro Jahr. Sie zeichnen sich durch eine starke Verzweigung aus und die Zweige bilden eine dichte Kronenstruktur, die den Haseln eine wichtige Bedeutung für die Verwendung als Hecke oder Sichtschutz verschafft.
Die Blätter der Haselsträucher leuchten dunkelgrün
Das Blatt der Haseln unterscheidet sich je nach Art und Sorte in der individuellen Form, trotzdem weisen die Blätter aber allgemeine Grundeigenschaften auf, die alle Arten vorweisen. Die Blätter sind rundlich bis breit eiförmig, vereinzelt auch leicht herzförmig. Sie werden circa 5 bis 12 Zentimeter lang, haben einen gesägten oder gezähnten Blattrand und stehen wechselständig an den Trieben. Die Blätter leuchten oberseits in einem dunklen Grün und fühlen sich zum Teil rau an. Unterseits funkeln sie hellgrün und sind weich behaart. Sie treiben früh im Jahr aus und beleben den Garten im Frühjahr mit ihrer frischen Ausstrahlung, im Verlaufe des Sommers werden sie dann zunehmend dunkler und im Herbst verwöhnt eine farbenfrohe Herbstfärbung in warmen Gelb- und Gelbbraunnuancen.
Die pollenreichen Blüten der Corylus treiben früh im Jahr aus
Die Pflanzen der Gattung Corylus bilden früh im Jahr Blüten aus. Noch vor dem Blattaustrieb entwickeln sich zumeist im Januar und Februar sowohl männliche als auch weibliche Blütenkätzchen. Die weiblichen Blüten sind winzige kleine Köpfchen, die rötlich schimmern und kaum erkennbar sind. Die männlichen Blüten aber präsentieren sich als längliche gelbe Kätzchen mit vielen Staubblättern. Sie hängen von den Zweigen herab und schimmern gelb bis gelbbraun. Die frühe Blüte gilt als wenig zierend, versorgt aber in einer blüharmen Zeit des Jahres viele Insekten mit ihren Pollen. Dies macht die Haseln zu ökologisch wichtigen Bienennährweiden.
Die Nussfrüchte der Haseln sind sehr schmackhaft und gesund
Aus den weiblichen Blüten entwickeln sich im Verlaufe des Sommers die populären Früchte namens Haselnüsse. Die kleinen Nussfrüchte sind rundlich bis leicht länglich geformt und sie werden circa 2 Zentimeter dick. Sie haben eine harte, braune Schale und reifen von August bis September. Der essbare Samen im Inneren der Nussfrucht ist sehr schmackhaft und gilt als gesund. Haselnüsse haben einen hohen Gehalt an Vitaminen und sind reich an Öl und Eiweiß. Sie fallen nach der Reife vom Baum herab und dienen vielen Eichhörnchen, Vögeln und Mäusen als Nahrungsquelle. Auch für uns Menschen sind die Früchte ein schmackhafter sowie gesunder Genuss. Haselnüsse finden in vielen Gerichten der deutschen Küche ihre Verwendung und dienen zur Fertigung von Backwaren, Schokolade und Öl.
Besondere Bedeutung und Nutzen der Gattung Corylus
Die Gattung Corylus hat eine große ökologische, wirtschaftliche, aber auch kulturelle Bedeutung. Aufgrund ihrer populären Nussfrucht werden die Sträucher gezielt kultiviert und als Nahrungsmittel verwendet. Sie dienen zur Herstellung von Backwaren, Schokoladen, Speiseöl und für den Frischverzehr. Im Bereich der Tierwelt sind Haselsträucher wichtige Nahrungsquellen und gelten zudem als Schutzpflanzen. Im Gartenbau dienen Corylusarten als Heckenpflanzen, Sichtschutz oder als Ziergehölz für naturnahe Gärten. Auch das Holz der Hasel ist sehr populär und gilt als leicht zu bearbeiten und flexibel. Es wird für Flechtarbeiten und zur Fertigung von Werkzeugen und Wanderstöcken genutzt. Kulturell wird der Hasel eine Bedeutung für die Funktion als Schutzpflanze zugeordnet. Sie steht für Brauchtum und noch heute werden Haselruten als Wünschelruten verwendet.
Der ideale Standort für Corylus
Der ideale Standort für die Pflanzung von Haselarten ist entscheidend für das bestmögliche Wachstum und fördert eine üppige Nussernte. Haseln gelten insgesamt als anpassungsfähig, sie wachsen aber unter günstigen Bedingungen zu echten Schönheiten heran, sodass es sich lohnt, ihre individuellen Ansprüche an das Licht und den Boden zu berücksichtigen.
Corylusarten bevorzugen lichtreiche Standorte in der Sonne
Haselarten fühlen sich auf lichtreichen Standorten in der Sonne oder im Halbschatten am wohlsten und entwickeln sich hier gepflanzt am besten. Sie bilden an einem sonnigen Standort die üppigste Blüte aus und verwöhnen dementsprechend mit einem reichen Fruchtertrag und einem intensiven Aroma der Nussfrucht. Aufgrund ihrer großen Standorttoleranz können Corylusarten auch auf schattigen Standorten verwendet werden, hier entwickeln sie aber weniger Früchte.
Welche Bodenbeschaffenheiten brauchen Haseln zum Wachsen?
Bietet man den Haseln einen Standort, der ihren Ansprüchen bestmöglich entspricht, entwickeln sie sich zu echten Gartenschönheiten heran. Sie bevorzugen nährstoffreiche Böden und entwickeln sich am schönsten auf sandig-lehmigen Untergründen mit einem hohen Humusanteil. Zudem sollte der Untergrund locker und durchlässig sein, denn die Hasel reagiert sensibel auf Staunässe und ihre Wurzeln faulen. Ein frischer bis mäßig feuchter Boden mit einer möglichst gleichbleibenden Bodenfeuchte garantiert dem Gärtner ein vitales Wachstum und sorgt für eine üppige Fruchternte. In Bezug auf den pH-Wert des Bodens bevorzugen Haseln einen schwach sauren bis neutralen Wertebereich. Es lohnt sich daher, vor der Pflanzung den Boden mit einer Untermischung von Kies, Sand oder Mulch entsprechend der individuellen Bedürfnisse zu optimieren. Dann entwickelt sich der Haselnuss-Strauch zu einem attraktiven Blickfang und erfreut schließlich mit seiner aromatischen Nussfrucht.
Die wichtigsten Corylus-Arten im Überblick
Die Gattung Corylus umfasst circa 20 Arten, die vor allem in Europa, Asien und Nordamerika wachsen. Einige dieser Arten sind bedeutend für den Bereich des Gartenbaus, andere hingegen gelten in Europa als echte Raritäten. Die populärste Art ist die Gemeine Hasel, sie ist Grundlage vieler Kulturformen und gilt als sehr verbreitet. Sie wird vor allem aufgrund ihrer essbaren Frucht, eines hohen Zierwertes und ihrer großen Robustheit angebaut.
Hier eine Liste der schönsten Haselarten und ihrer Besonderheiten
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Corylusart / -sorte
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Wuchs
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Besonderheit
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Corylus avellana
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3-6 m hoch, strauchartig, mehrstämmig, breitbuschig
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Wichtigste Wildart, robust, dicht verzweigt, aromatische Nussfrucht
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Corylus avellana 'Contorta'
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3-5 m hoch, unregelmäßiger Strauch
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Stark gedrehte Äste, sehr malerisch wachsend
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Corylus avellana 'Purpurea'
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3-5 m hoch, strauchartig, breit
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Rot-violettes Blattwerk, rote Fruchthüllen, sehr dekorativ
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Corylus avellana 'Pendula'
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2-4 m hoch, kleiner Baum, überhängende Krone
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Malerisch wachsend, Trauerform
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Corylus maxima
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4-6 m hoch, aufrecht-breit, kräftiger Strauch
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Große, längliche Nussfrucht, wichtige Kulturart
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Corylus colurna
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15-20 m hoch, Baum mit geradem Stamm, pyramidale Krone
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Park- und Straßenbaum, trockenheitsresistent, robust
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Corylus americana
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3-5 m hoch, dichter Strauch
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Sehr frosthart, malerisch wachsend
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Pflanzung, Pflege und Schnitt von Corylus
Damit Haseln sich am schönsten entwickeln und mit einer reichen Fruchternte verwöhnen, ist die Berücksichtigung der individuellen Ansprüche der Art bedeutend. Der richtige Pflanzzeitpunkt, die Ansprüche der Haselsträucher an Bewässerung sowie der richtige Rückschnitt garantieren dem Gärtner idyllische Naturmomente, eine üppige Nussernte und ein gesundes Wachstum.
Wann und wie pflanze ich die Hasel am besten?
Haselsträucher lassen sich unkompliziert in unseren Gärten pflanzen und verwöhnen mit dem Zusammenspiel einer pflegeleichten Art und einer attraktiven Optik. Für ein bestmögliches Pflanzergebnis ist der richtige Zeitpunkt für die Pflanzung entscheidend. Es empfiehlt sich daher, Corylusarten im Herbst zu pflanzen, denn der Boden ist noch warm und die Pflanze kann bis zu den ersten Frösten gut einwurzeln, um dann im Frühjahr intensiv austreiben zu können. Alternativ ist auch eine Frühjahrspflanzung von Haseln im März bis April möglich, sofern der Boden frostfrei ist. Dies erfordert aber eine Bewässerung im Verlaufe des Sommers, um den Haseln Trockenstress zu ersparen.
Haseln als Containerware ganzjährig pflanzen
Im Unterschied zu Pflanzen als Ballenware können Haseln als Containerware nahezu ganzjährig gepflanzt werden, denn sie verfügen bereits über ein starkes Wurzelwerk. Lediglich den Einfluss von Frost und extremer Hitze gilt es hier zu vermeiden. Für ein bestmögliches Anwachsen der Hasel empfiehlt es sich, den Boden gut vorzubereiten. Schwere Untergründe sollten mit Sand oder Kies sowie mit Kompost optimiert werden. Auch der Aushub eines möglichst doppelt so großen Pflanzloches, wie der Wurzelballen groß ist, garantiert ein gutes Anwachsen und sorgt für einen malerischen Anblick.
Der richtige Rückschnitt der Hasel für eine reiche Fruchternte
Bezüglich des Rückschnittes von Haseln steht das Ziel einer möglichst reichen Fruchternte im Vordergrund, nicht aber der dekorative Wert einer üppigen Blüte. Mit dem richtigen Rückschnitt zum passenden Zeitpunkt begünstigt der Gärtner die Ausbildung vieler Blütenkätzchen und somit auch einen kräftigen Ernteertrag. Optimal hat sich somit ein Schnitt der Haselsträucher im Spätwinter bis frühen Frühjahr oder aber direkt nach der Ernte im Herbst erwiesen. Generell gilt, dass die Hasel besonders gut an den jungen kräftigen Trieben ihre Früchte ausbildet. Die Hasel sollte somit regelmäßig verjüngt und ausgelichtet werden. Ältere Triebe sollten somit alle 2 bis 3 Jahre entfernt werden. Dann bildet die Hasel zuverlässig viele neue Triebe aus und verwöhnt somit auch mit einer üppigen Blüte und einer reichen Fruchternte.
Düngen und Bewässern: Tipps für vitale Corylus-Pflanzen
Haseln sind sehr robust und benötigen kaum Unterstützung durch den Gärtner. Sie gelten als Wildholzart und eine Düngung der Corylusarten ist somit lediglich einmal pro Jahr, bestenfalls im Frühjahr, sinnvoll. Hierzu eignet sich die Untermischung von Kompost, Hornspäne oder einem organischen Beerendünger. Dies begünstigt einen kräftigen Wuchs und sorgt für eine reiche Fruchternte. In Bezug auf die richtige Bewässerung von Haseln erweisen sich diese als recht trockenheitsverträglich. Ältere Exemplare, die sich an ihrem Standort etabliert haben, benötigen lediglich in extremen Trockenzeiten Unterstützung mit einer seltenen, aber durchdringenden Wassergabe. Junge Pflanzen hingegen benötigen in den ersten Jahren nach der Pflanzung eine regelmäßige Bewässerung circa 1- bis 2-mal pro Woche. Staunässe gilt es hier aber zu vermeiden, dies schädigt die Wurzeln. Ein ausreichender Wasserabfluss ist somit entscheidend für eine vitale Pflanze.
Winterhärte und Winterschutz der Haselsträucher
Die individuelle Winterhärte der Corylusarten ist insgesamt recht hoch und alle Arten gelten als frostverträglich und robust. Haseln vertragen Temperaturen bis zu minus 25 Grad Celsius und benötigen dementsprechend keinerlei Winterschutz. Besonders ältere Pflanzen sind sehr robust und überstehen problemlos kalte Winterzeiten. Junge Pflanzen sollten direkt nach der Pflanzung mit einem Winterschutz unterstützt werden. Hier empfiehlt es sich, den Kronenbereich mit einem Wärmevlies zu umhüllen und den Wurzelbereich zu mulchen. Dies schützt die Wurzeln und hilft dem Boden, Feuchtigkeit zu halten.
Empfindlichkeit bei Spätfrost und Kübelkultur
Sensibel reagieren Haseln aber auf den Einfluss von Spätfrösten, denn sie treiben früh im Jahr aus und die männlichen Kätzchenblüten bilden sich bereits im Winter. Auch Kübelgewächse sind empfindlicher als Haseln im Freiland, sie sollten ebenfalls mit einem Winterschutz versehen werden und an frostfreien Tagen gegossen werden.
Verwendung der Hasel im Garten
Die Hasel ist eine der populärsten Wildholzarten in unseren deutschen Gärten, und sie verwöhnt sowohl mit ihrer optischen Schönheit als auch mit einem sehr genügsamen und robusten Charakter. Zumeist werden die Sträucher aufgrund ihrer schmackhaften Nussfrucht gepflanzt. Diese kann im Herbst geerntet werden und erfreut mit einem schmackhaften Genusserlebnis. Haseln haben darüber hinaus aber auch einen großen Zierwert und erfreuen mit einer malerischen Wuchsform. Je nach Sorte sind sie in diversen Größen und Wuchsformen erhältlich und ermöglichen dem Gärtner eine vielfältige Verwendung. Sie wirken als Solitärstrauch gepflanzt sowie als Heckenpflanze und als natürlicher Sichtschutz im Garten und begeistern mit ihrer malerischen Ausstrahlung.
Ökologischer Wert und Pflanzpartner für Corylus
Zudem gelten Haseln als ökologisch sehr wertvoll. Sie dienen als Nahrungsquelle für unzählige Tiere und bieten den Insekten bereits im Winter einen reichen Pollengehalt der frühen Blüte. Haseln lassen sich hervorragend mit anderen Sträuchern kombinieren und wirken besonders schön in naturnahen Gärten. Optimale Pflanzpartner sind der Holunder, Weißdorn, Schlehen und die Kornelkirsche. Sie alle haben ähnliche Standortansprüche und erweisen sich als ideale Kombinationspartner. Für eine naturnahe Unterpflanzung von Corylus-Arten gelten als besonders schön Waldmeisterpflanzen, Bärlauch oder auch Lungenkraut. Corylus-Arten sind somit echte Liebhaberstücke für alle naturnahen Gärten und ermöglichen eine vielseitige Verwendung. Sie verwöhnen optisch, bescheren eine schmackhafte Frucht und erweisen sich zudem als ökologisch sehr wertvoll.
Häufige Fragen rund um die Gattung Corylus
Wann blühen Haseln?
Haseln blühen sehr früh im Jahr und gelten als die ersten Pollenquellen. Die meisten Arten blühen bereits im Januar bis März und sie bilden lange gelbe Blütenkätzchen sowie kleine rote Knospen aus.
Brauchen Haseln eine zweite Pflanze zur Bestäubung?
Für eine reiche Nussernte benötigen Haseln zumeist eine zweite Haselpflanze, denn viele Haseln sind selbstunfruchtbar oder nur schwach selbstfruchtbar. Es empfiehlt sich daher, mindestens zwei verschiedene Haseln zusammen zu pflanzen. Die Bestäubung findet durch den Wind statt, nicht aber durch Insekten.
Wie lange leben Haselsträucher?
Haselsträucher können je nach Standort 40 bis 80 Jahre alt werden. Ein regelmäßiger Rückschnitt hält sie vital und sorgt für eine langlebige Pflanze.