Botanisches Portrait und Besonderheiten des Holunders / Sambucus
Die Gattung Sambucus wird botanisch der Familie der Moschuskrautgewächse zugeordnet und ist im deutschsprachigen Raum unter dem Namen Holunder bekannt. Sie umfasst circa zwanzig Arten, von denen drei in Mitteleuropa heimisch sind. Die Ziersträucher und kleinen Bäume wachsen in gemäßigten und subtropischen Lagen und gelten in Europa als sehr verbreitet. Die bekannteste heimische Sambucus-Art ist neben dem Roten Holunder und dem Zwerg-Holunder der Schwarze Holunder. Er gilt als beliebter Wildobststrauch und man findet ihn sowohl in freier Natur als auch in naturnahen Gärten und idyllischen Parkanlagen.
Herkunft und Verbreitung von Sambucus
Der Schwarze Holunder ist in unzähligen Kulturformen erhältlich und man kennt ihn unter regional unterschiedlichen Bezeichnungen. In Norddeutschland heißt er auch Fliederbeerbusch, in Süddeutschland sowie in Österreich wird er als Holler und in der Schweiz als Holder bezeichnet. Die sommergrünen Sträucher begeistern mit ihrer attraktiven Wuchsform, einer zarten sowie duftenden Blüte und einer schmackhaften Frucht, die zudem sehr gesund ist. Holunder sind aber nicht nur optische Naturschönheiten, sie verwöhnen zudem mit einer genügsamen, robusten und sehr winterharten Art.
Namen und kulturelle Bedeutung des Holunder
Holunderarten wachsen zumeist strauchartig, manchmal auch zu kleinen Bäumen, und erreichen je nach Art und Sorte eine ungefähre Endhöhe von 1 bis 15 Metern. Die sommergrünen Pflanzen sind verholzend und entwickeln sich oftmals mehrstämmig mit einem kräftigen Jahreszuwachs von 30 bis 80 Zentimetern. Die neuen Triebe entstehen häufig aus der Basis heraus und formen eine malerische Wuchslinie, die den Holunder zu einem attraktiven Blickfang macht.
Holunder entwickeln sich strauchartig mit einem kräftigen Wuchs
Die Blätter der einzelnen Sambucusarten sind in ihrer Optik sehr ähnlich. Sie stehen gegenständig an den Zweigen und sind unpaarig gefiedert. Fünf bis sieben Einzelblättchen bilden eine Fieder, die von einem einzelnen Endblättchen abgeschlossen wird. Die kleinen Blättchen sind elliptisch bis lanzettlich und spitz zulaufend. Sie haben einen deutlich gesägten Blattrand und strahlen in einem dunklen Grün. Die meisten Arten haben eine hellgrüne Blattunterseite, die den Sträuchern eine belebende Ausstrahlung verleiht. Holunder sind somit vielseitig verwendbar und bringen zuverlässig Frische in den Garten.
Die gefiederten Blätter des Holunders strahlen frischgrün
Die Blüten des Holunders zeigen sich zumeist von Mai bis Juni und sind sehr dekorativ. Sie funkeln in einem zarten Weiß und stehen in großen Blütenständen zusammen. Die sogenannten Trugdolden sind circa 20 Zentimeter breit und bestehen aus vielen kleinen Einzelblüten. Die lieblichen Blüten duften süßlich und das intensive Aroma lockt unzählige Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten an. Die Blüten sind nicht nur sehr zierend, sie können zudem auch verzehrt werden und werden als Holunderblütensirup und Tee zubereitet oder in Backwaren verwendet.
Weiße Blütenrispen schmücken den Sambucus im Frühjahr
Die Früchte der Sambucusarten werden als Beerenfrüchte bezeichnet, gehören aber aus botanischer Sicht zu den Steinfrüchten. Die kleinen, runden Früchte enthalten mehrere Samenkerne und wachsen in dichten, hängenden Fruchtständen. Sie schimmern zunächst grünlich und werden dann im Verlaufe des Reifeprozesses zunehmend rot bis dunkelviolett. Die Erntezeit der Holunderbeeren ist von August bis September; dann dienen die Früchte auch unzähligen Vögeln als reichhaltige Nahrungsquelle. Für den Menschen sind Holunderbeeren frisch verzehrt leicht giftig, durch Erhitzung werden die Giftstoffe jedoch zerstört und die Früchte können problemlos zu Sirup, Marmelade, Likör und Suppe verarbeitet werden.
Die Früchte des Holunders reifen im Herbst und sind erhitzt essbar
Sambucusarten, besonders der Schwarze Holunder, haben eine lange Tradition in Europa. Sie sind ökologisch, medizinisch sowie kulturell bedeutend und werden in vielen Gärten als charismatische Zier- und Heckenpflanzen verwendet. Sowohl die Blüten als auch die gekochten Früchte gelten als essbar und dienen zur Fertigung von Süßspeisen, Getränken und Backwaren. Auch im Bereich der Medizin werden die Blüten und Beeren verwendet, um daraus Arzneien herzustellen. Die Inhaltsstoffe verfügen über einen hohen Gehalt an Vitamin C und gelten als schweißtreibend. Sie werden zur Linderung von Erkältungskrankheiten und zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt.
Besondere Bedeutung und Nutzen der Gattung Sambucus
Sambucusarten, besonders der Schwarze Holunder, haben eine lange Tradition in Europa. Sie sind ökologisch, medizinisch sowie kulturell bedeutend und werden in vielen Gärten als charismatische Zier- und Heckenpflanzen verwendet. Sowohl die Blüten als auch die gekochten Früchte gelten als essbar und dienen zur Fertigung von Süßspeisen, Getränken und Backwaren. Auch im Bereich der Medizin werden die Blüten und Beeren verwendet, um daraus Arzneien herzustellen. Die Inhaltsstoffe verfügen über einen hohen Gehalt an Vitamin C und gelten als schweißtreibend. Sie werden zur Linderung von Erkältungskrankheiten und zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt.
Der ideale Standort für Sambucus
Holunderarten sind generell sehr anpassungsfähig und robust. Viele Arten, wie der Schwarze Holunder, gelten in Europa als heimisch und entwickeln sich dementsprechend zu echten Schönheiten. Für den bestmöglichen Wuchs gilt es trotzdem, die individuellen Bedürfnisse des Holunders in Bezug auf die bevorzugten Lichtverhältnisse sowie die Bodenbeschaffenheit zu beachten. Dann verwöhnt der Holunder zuverlässig mit einer zarten Blüte und einer reichhaltigen Fruchtbildung.
Holunderarten bevorzugen lichtreiche Standorte in der Sonne
Sambucus bevorzugt lichtreiche Standorte, bestenfalls in der Vollsonne, und entwickelt sich hier am schönsten. Halbschattige Standorte werden akzeptiert, allerdings entwickelt sich der Holunder hier weniger kräftig. Die Pflanzen benötigen möglichst viel Licht und erfreuen dann zuverlässig mit einer reichen Blüte und einer üppigen Fruchternte.
Welche Bodenbeschaffenheiten brauchen Holunder zum Wachsen?
Holunder wächst in seinem natürlichen Verbreitungsgebiet an Waldrändern, in Hecken sowie an Flussufern und auf Brachflächen. Die Pflanzen fühlen sich am wohlsten an Standorten, die denen in freier Natur nahekommen. Am schönsten wächst er somit auf nährstoffreichen, stickstoffhaltigen sowie humusreichen Böden, die gleichmäßig feucht, aber nicht nass sind. Er reagiert sensibel auf anhaltende Staunässe, sodass ein lockerer sowie durchlässiger Untergrund optimal ist und für einen guten Wasserabfluss sorgt. Trockene Sandböden und extrem saure Untergründe sollten vermieden werden; ein leicht alkalischer bis neutraler pH-Wert des Bodens liefert die besten Bedingungen zum Wachsen.
Sambucus als Stickstoffzeiger auf nährstoffreichen Böden
Sambucusarten sind Stickstoffzeigerpflanzen und geben zuverlässig an, ob der Boden nährstoffreich ist. Dies macht sie beliebt für die Verwendung auf Kompostplätzen und Tierhaltungsflächen. Für ein bestmögliches Pflanzergebnis lohnt es sich somit, den Boden vor der Pflanzung eines Holunders entsprechend seiner Bedürfnisse mit Kompost, Humus oder Mulch zu optimieren.
Die wichtigsten Arten im Überblick
Die Gattung Sambucus umfasst circa 20 Arten, von denen drei in Deutschland heimisch sind. Neben dem Roten Holunder (Sambucus racemosa) und dem Zwerg-Holunder (Sambucus ebulus) ist der Schwarze Holunder am populärsten und in unzähligen Sorten erhältlich. Alle heimischen Arten sind Grundlage für ein großes Sortiment an Züchtungen, das die Pflanzung des Holunders in jeder Gartengröße möglich macht. Sie alle sind echte Blickfänge und verwöhnen mit einer lieblichen Blüte sowie einer dekorativen Frucht.
Hier eine Liste der schönsten Holunderarten und -sorten sowie ihrer Besonderheiten
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Holunderart/ Sorte
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Wuchs
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Besonderheit
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Sambucus nigra
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3-7 m hoch, Strauch, schnell wachsend, stark verzweigt
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Populärste Holunderart Europas, duftende weiße Blüte, schwarze Beeren, robust, anpassungsfähig
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Sambucus nigra ‘Haschberg‘
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3-5 m hoch, ebenso breit, Strauch, schnell wachsend, stark verzweigt, bogenartig
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Üppige weiße Blüten, reiche Fruchtbildung, schwarze Früchte, populäres Obstgehölz
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Sambucus nigra ‘Black Lace‘
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3-6 m hoch, Strauch oder Baum, locker aufrecht, breit, mehrstämmig
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Dunkelrotes Blatt, weiße Doldenblüte, schwarze Frucht, sehr robust
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Sambucus nigra ‘Samyl‘
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Sambucus racemosa
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2-4 m hoch, Strauch
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Rote Beeren, frühreifend, giftig, frühe Blütezeit
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Sambucus racemosa ’Plumosa Aurea‘
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3-4 m hoch, 2 m breit, Strauch, aufrecht, dichtbuschig
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Cremeweiße Rispen, rote Früchte, goldgelbes Blatt, sehr zierend
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Sambucus racemosa ’Sutherland Gold‘
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3-4 m hoch, Strauch, aufrecht, dichtbuschig
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Farnartiges Blatt, roter Austrieb, dann goldgelb, weiße Blüte, rote Früchte
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Sambucus ebulus
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1-2 m hoch, krautige Pflanze
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Starker Duft der Pflanze, giftige Früchte, stirbt im Winter oberirdisch ab
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Pflanzung, Pflege und Schnitt von Sambucus
Für das bestmögliche Anwachsen eines Holunders empfiehlt es sich, die individuellen Bedürfnisse der jeweiligen Holunderart und Sorte zu berücksichtigen. Die Ansprüche des Holunders an die optimale Pflanzzeit sowie an die Pflege in Form von Bewässerung, Düngung und einem fachmännischen Rückschnitt sorgen für einen vitalen Wuchs, eine üppige Blüte sowie eine reiche Fruchtbildung.
Wann und wie pflanze ich Holunder am besten?
Holunder gelten als anpassungsfähig und robust, sodass ihre Pflanzung zumeist als unproblematisch gilt. Die beste Zeit für die Pflanzung liegt in den Monaten Oktober bis November. Dann ist der Boden noch warm und die Wurzeln können bis zum Winter intensiv einwurzeln, um im neuen Gartenjahr kräftig auszutreiben. Alternativ ist auch eine Pflanzung des Holunders im Frühjahr möglich; dann benötigt der Strauch allerdings die Unterstützung des Gärtners in Form einer zuverlässigen und regelmäßigen Bewässerung im Sommer. Generell gilt es bezüglich des richtigen Pflanzzeitpunktes zu beachten, dass der Untergrund frostfrei und die Außentemperatur nicht zu hoch ist. Containerpflanzen, deren Wurzeln in einem Topf gezüchtet wurden, sind ganzjährig pflanzbar. Sie verfügen über ein kräftiges Wurzelwerk und benötigen im Gegensatz zu Pflanzen als Ballenware kaum Unterstützung nach der Pflanzung.
Der richtige Rückschnitt für eine üppige Blüte
Sambucusarten sind schnell wachsend und benötigen deshalb einen regelmäßigen Rückschnitt, damit sie sich vital entwickeln und mit einer reichen Fruchtbildung erfreuen. Der beste Zeitpunkt für einen Rückschnitt des Holunders ist im späten Winter bis zeitigen Frühjahr, noch vor dem Neuaustrieb. Dies fördert einen kräftigen Start in die neue Gartensaison und begünstigt eine gute Blütenbildung. Es empfiehlt sich, alte Triebe bodennah zu entfernen, schwache und kranke Triebe zu schneiden und den Strauch mit dem Ziel einer lockeren Kronenstruktur auszulichten. Dies verschafft dem Holunder die besten Bedingungen, um sich zu einem strahlenden Gartenstar zu entwickeln. Alle paar Jahre ist ein stärkerer Verjüngungsschnitt sinnvoll; die Pflanzen treiben danach zuverlässig umso kräftiger wieder aus.
Düngen und Bewässern: Tipps für vitale Pflanzen
Holunderarten gelten insgesamt als pflegeleicht und robust. Die Pflanzen wachsen schnell und benötigen dementsprechend ausreichend Nährstoffe, um sich bestmöglich zu entwickeln. Eine Düngung des Holunders ein- bis zweimal pro Jahr ist sinnvoll und fördert die Blütenbildung sowie eine üppige Fruchtbildung. Als optimal hat sich die Düngung des Holunders im März bis April mit Kompost, Hornspänen oder einem Universaldünger erwiesen. Die Pflanze erhält dann die Möglichkeit, kräftig in das neue Gartenjahr zu starten. Eine weitere Düngung im Mai bis Juni ist lediglich dann sinnvoll, wenn der jeweilige Untergrund nährstoffarm ist und die Pflanze kaum wächst. Nach Juli sollte der Sambucus nicht mehr gedüngt werden, denn die Zweige benötigen ausreichend Zeit, um vor dem Winter auszureifen, und gelten ansonsten als frostgefährdet.
Die optimale Bodenfeuchtigkeit für Holunder
Der Holunder wächst am liebsten auf frischen bis leicht feuchten Böden mit einer möglichst gleichbleibenden Bodenfeuchte. Der Untergrund sollte nicht austrocknen, aber auch keine Staunässe aufweisen, denn diese führt zu Wurzelfäulnis. Es empfiehlt sich daher, einen frisch gepflanzten Sambucus in den ersten Jahren nach der Pflanzung regelmäßig ein- bis zweimal pro Woche durchdringend zu gießen. Ältere Exemplare, die sich an ihrem Standort etabliert haben, vertragen temporär Trockenheit und benötigen lediglich in langen Trockenperioden die Unterstützung des Gärtners in Form von Bewässerung.
Winterhärte und Winterschutz bei Sambucus
Sambucusarten sind je nach Art und Sorte ausgesprochen winterhart und frosttauglich. Sie vertragen zumeist eine ungefähre Temperatur von bis zu minus 25 Grad Celsius und ihre Wurzeln überleben problemlos auch strenge Winter. Oberirdische Triebe können zum Teil absterben, sie treiben aber im Frühjahr zuverlässig wieder aus. Der Holunder benötigt somit keinerlei Winterschutz, lediglich junge Pflanzen sollten nach der Pflanzung mit einem leichten Winterschutz unterstützt werden. Hierzu eignet sich die Umhüllung mit einem Wärmevlies oder die Bedeckung des Wurzelbereiches mit Mulch. Die robuste und sehr winterharte Art macht den Holunder zu einem populären Obststrauch für den mitteleuropäischen Garten. Er ist nicht nur optisch ein Highlight, sondern begeistert zuverlässig auch an kalten Tagen mit seinem genügsamen Charakter.
Verwendung des Holunders im Garten
Der Holunder ist in Deutschland sehr verbreitet und er hat neben seiner optischen Attraktivität auch einen großen ökologischen Wert. Je nach Art und Sorte entwickeln sich die malerischen Sträucher zu wunderschönen Ziersträuchern, die sich für die Verschönerung von Gärten und Parkanlagen eignen, aber auch als Heckenpflanze und Sichtschutz sowie als Obstgehölz fungieren. Holundersträucher sind wunderschön in naturnahen Gärten und fördern die Biodiversität. Sie sind Nahrungsquelle für Insekten und Vögel und bieten diesen einen wertvollen Lebensraum.
Holunder als Heckenstar und in Kombination mit Obstgehölzen
Aufgrund des schnellen und dichten Wuchses ist der Holunder auch ein populärer Heckenstar und er schützt vor neugierigen Blicken. Aufgrund der gesunden Früchte wird Sambucus gezielt auch für die Kultivierung der Frucht angebaut. Er wirkt wunderschön mit Stauden unterpflanzt und sorgt für eine naturnahe Optik. Auch andere Obstgehölze mit ähnlichen Standortbedingungen wie zum Beispiel Johannisbeeren, Himbeeren oder Stachelbeeren lassen sich wunderschön mit dem Holunder kombinieren und sorgen für idyllische Naturmomente. Holunder sind somit ein Muss in jedem naturnahen Garten und sie ermöglichen dem Gärtner eine vielseitige Verwendung. Zudem erweisen sie sich als robust, genügsam sowie winterhart und ihr großer ökologischer Nutzen fördert die Biodiversität.
Häufige Fragen rund um die Gattung Sambucus
Wann blüht der Holunder?
Die meisten Arten in Mitteleuropa blühen von Mai bis Juni: Sie bilden weiße Blütendolden, die stark duften und viele Insekten anlocken.
Wann reifen die Beeren des Sambucus?
Die Früchte des Holunders gelten als Steinfrüchte. Sie reifen von August bis September und sind zunächst grün, dann rot bis schwarz. Roh verzehrt sind Holunderfrüchte giftig, erhitzt können sie zu Marmelade und Sirup verarbeitet werden.
Welche Holunderarten sind in Deutschland beliebt?
Die beliebtesten Holunderarten in Deutschland sind hier auch heimisch. Sie heißen Sambucus nigra (Schwarzer Holunder), Sambucus racemosa (Roter Holunder) und Sambucus ebulus (Zwerg-Holunder).