Botanisches Portrait und Besonderheiten der Gattung Aucuba
Die Pflanzengattung Aucuba wird botanisch der Familie der bedecktsamigen Pflanzen zugeordnet und beinhaltet lediglich drei Arten, die sich als immergrüne verholzende Sträucher oder Bäume entwickeln. Die Gattung wird im deutschsprachigen Raum mit dem Trivialnamen Goldorangen bezeichnet. Dieser bezieht sich aber nicht auf die Frucht, sondern auf die optische Parallele des Blattes der Aukuben zu denen der Orangenbäume. Die drei Arten der Gattung Aucuba werden im Bereich der Botanik mit den Namen Aucuba chinensis, Aucuba himalaica und Aucuba japonica bezeichnet. Sie unterscheiden sich in wenigen optischen Details, die zumeist nur die Form und den Rand des jeweiligen Blattes betreffen, und stammen allesamt aus Asien. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Himalaya bis nach China, Taiwan und Japan. Dort findet man die Sträucher bevorzugt als Unterwuchs in schattigen und dichten Wäldern. Aufgrund der schwierigen und sehr variablen Zuordnung der drei Arten wird die Gattung Aucuba von anderen Autoren in bis zu 10 Arten gegliedert. Viele davon sind auch in unseren Gärten als charismatische Ziergehölze zu finden, und sie alle verleihen den deutschen Gärten einen Hauch von fernöstlicher Exotik.
Aukuben wachsen strauchartig und die Zweige streben kräftig in die Breite. Die attraktiven Ziergehölze erreichen je nach Art eine Endhöhe von 2 bis 8 Metern und ihre Krone zeichnet sich durch eine dichtbuschige, verzweigte Struktur aus. Die Sträucher wachsen recht langsam mit circa 10 bis 20 Zentimetern pro Jahr, gelten aber als sehr langlebig und überzeugen mit einer Lebenserwartung von mehreren Jahrzehnten.
Die grüngelb gefleckten Blätter erinnern an das Blatt des Orangenbaums
Die Blätter der Aukuben erinnern optisch an die Blätter von Orangenbäumen. Sie stehen gegenständig an den langen Stängeln und sind zumeist länglich oval geformt. Die Form der einzelnen Blätter variiert aber von länglich-herzförmig bis kurz-oval und verleiht den Goldorangen eine exotische Ausstrahlung. Die Blätter schimmern gelblich-grün mit weißen Flecken und sind oftmals panaschiert. Die Blattoberseite wirkt ledrig und ist in der Jugend zunächst leicht behaart. Auch der Blattrand der einzelnen Arten präsentiert sich sowohl ganzrandig als auch mit einem leicht gezahnten Rand.
Die zarten Blüten der Aucuba schimmern rötlich-gelb
Die Blüten der Aukuben sind zweihäusig getrenntgeschlechtlich und bilden sich im Frühjahr. Sie sind eher klein und stehen zu Rispen zusammen. Sie haben eine doppelte Blütenhülle und die Kelchblätter fehlen oder sind reduziert. Besonders attraktiv erweisen sich aber die ovalen und leicht zugespitzten Kronblätter: Sie funkeln in Dunkelrot, Grün oder Gelb und verschaffen dem Strauch zur Blütezeit eine liebliche Optik. Zudem verfügen sie über einen hohen Pollen- und Nektargehalt, unzählige Insekten und Schmetterlinge anlockt, die sich an der reichhaltigen Nahrungsquelle erfreuen.
Die roten Früchte der Aucuba sind sehr dekorativ
Aus den Blüten entwickeln die Pflanzen der Gattung Aucuba Steinfrüchte, die botanisch als Schließfrüchte bezeichnet werden. Die Früchte sind zylindrisch bis oval und glänzen in einem dekorativen Rot. Sie bilden sich in Trauben an den Zweigen und beinhalten die Samen, die von einem verholzten Kern umgeben sind. Die Früchte der Orangenbäume sind nicht essbar, erweisen sich aber als dekorativer Fruchtschmuck.
Besonderheiten der Gattung Aucuba
Die Sträucher der Gattung Aucuba sind in unseren mitteleuropäischen Gärten bisher recht wenig zu finden und erweisen sich dann als fernöstliche Raritäten. Aukuben eignen sich hervorragend für die Pflanzung in Gärten, Parkanlagen sowie als Kübelgewächs und verleihen jedem Standort fernöstliches Flair. Sie gelten somit als echte Liebhaberstücke und ziehen dann alle Blicke auf sich.
Der ideale Standort für die Aucuba
Aukuben stammen ursprünglich aus Asien und benötigen dementsprechend auch in unserem Klima gepflanzt einen Standort, der ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet nahekommt. Die jeweiligen Bedürfnisse der Arten unterscheiden sich kaum und sie gelten insgesamt als schattenverträglich, robust sowie pflegeleicht. Unter günstigen Bedingungen gepflanzt, entwickeln sie sich zu attraktiven Gartenschönheiten und verleihen auch dem deutschen Garten exotisches Flair.
Aukuben sind Schattenpflanzen
Aukuben gelten als sehr schattenverträglich und entwickeln sich besonders schön an einem Standort, an dem viele andere Ziergehölze zumeist nicht mehr wachsen. Die attraktiven Sträucher bevorzugen zudem geschützte Lagen, die Schutz vor Wind bieten, denn die Blätter reagieren hier sensibel und werden schnell beschädigt. Der ideale Pflanzplatz für Aukuben sollte somit windgeschützt und halbschattig bis schattig sein. An einem sonnigen Standort gepflanzt, entwickeln sich die Aukuben zumeist nur spärlich und zeigen keinerlei Blühfreude sowie Fruchtbildung
Welche Bodenbeschaffenheiten die Aucuba zum Wachsen braucht
Aukuben gelten generell als sehr robuste und genügsame Sträucher. Sie wachsen aber unter optimalen Standortbedingungen am besten und erweisen sich dann als zuverlässige Gartenschönheiten. Generell mögen Aukuben waldige Böden und sind in ihrer Heimat zumeist als Unterholz in Wäldern zu finden. Die Sträucher mögen humusreiche, leicht feuchte und lockere Böden. Wichtig ist eine gute Durchlässigkeit, damit Staunässe vermieden wird, denn hier reagieren Aukuben sehr empfindlich. Es empfiehlt sich daher, für einen ausreichenden Abfluss zu sorgen. Generell man die Aucuba am liebsten eine gleichmäßige Bodenfeuchte und einen leicht sauren bis neutralen pH-Wert des Bodens. Hier können sich die exotischen Pflanzen am schönsten entwickeln. Es lohnt sich daher vor der Pflanzung von Aukuben den Boden auf die individuellen Bedürfnisse zu testen und gegebenenfalls mit einer Untermischung von Kompost, Rindenmulch oder Sand zu optimieren.
Die wichtigsten Arten der Aucuba im Überblick
Die Gattung Aucuba umfasst mehrere Arten, von denen aber zumeist die Aucuba japonica (Japanische Aukube) im Handel geführt wird und als Ziergehölz zu erhalten ist. Andere Arten, wie die Himalaya-Aukube und die Chinesische Aukube, haben als Ziergehölze kaum Bedeutung. Die Japanische Aukube hingegen ist in diversen Selektionen erhältlich, die sich aber deutlich in ihrem Wuchs und den individuellen Ansprüchen unterscheiden. Die Auswahl ermöglicht es jedem Gärtner, entsprechend des eigenen Geschmacks und des jeweiligen Platzangebotes die richtige Wahl zu treffen.
Hier eine Liste der wichtigsten Arten und Sorten im Überblick
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Aucubasorte/art
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Wuchs
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Besonderheit
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Aucuba japonica ‘Crotonifolia‘
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1,5-2,5m, strauchartig, breitbuschig
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Gelb gesprenkeltes Blatt, sehr robust, ideal für Hecken
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Aucuba japonica ‘Variegata‘
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1,4-2m, kompakt
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Stark gelb geflecktes Blatt, sonnenempfindlich
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Aucuba japonica ‘Rozannie‘
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0,8-1,2m, Zwergform, kompakt
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Fruchtbildung nur bei mehreren Pflanzen, da selbstfruchtend, sehr schattenverträglich
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Aucuba japonica ‘Golden King‘
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1-1,5m, dichtbuschig
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Leichtend gelbes Blatt, ideal als Akzentgeber in dunklen Ecken
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Aucuba japonica ‘Dentata‘
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3m, kräftig, buschig
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Sehr robust, wind- und frosthärteste Selektion
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Aucuba japonica ’Picturata‘
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1-1,8m, locker
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Gelbes Blattzentrum, sehr dekorativ
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Aucuba japonica ‘Salicifolia‘
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2-3m, locker aufrecht
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Schmale Blattform, sehr exotisch
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Aucuba himalaica
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1,5-3m, strauchförmig, aufrecht bis hängend
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Dunkelgrün glänzendes Blatt, wirkt natürlich, dezente Blüte, frostempfindlich, eleganter Wuchs
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Aucuba chinensis
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2-3m, breitbuschig, aufrecht, dicht verzweigt
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Auffallend großes Blatt, glänzend, sehr dekorativ, frostempfindlich, exotische Optik
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Pflanzung, Pflege und Schnitt von Aukuben
Damit sich die Aucuba optimal entwickelt und mit ihrer immergrünen Optik begeistert, sind die individuellen Bedürfnisse der jeweiligen Sorte zu beachten. Der richtige Zeitpunkt für die Pflanzung, die Ansprüche der Aukuben an Bewässerung sowie der korrekte Rückschnitt sind entscheidend und begünstigen ein vitales Wachstum der Pflanzen. Mit der richtigen Unterstützung erweisen sich Aucuben dann als wunderschöne Hingucker, die zuverlässig mit ihrer immergrünen Optik begeistern.
Wann und wie man Aucuba am besten pflanzt
Für das bestmögliche Anwachsen der Aucuba ist der richtige Zeitpunkt entscheidend, obgleich sie generell als zuverlässig wachsend und robust gelten. Es empfiehlt sich, die immergrünen Pflanzen im Frühjahr zu pflanzen, denn in den Monaten April und Mai ist der Boden bereits vorgewärmt und leicht feucht, sodass die Wurzeln sich am kräftigsten entwickeln können. Alternativ ist auch eine Pflanzung im frühen Herbst möglich. Dann können die Wurzeln noch vor dem ersten Frost einwurzeln und die Aucuba treibt im Frühjahr umso schöner aus. Generell sollte man beim Zeitpunkt der Pflanzung beachten, dass der Untergrund frostfrei und die Außentemperatur nicht zu hoch ist, denn trockene Untergründe an heißen Sommertagen bereiten der Pflanze Trockenstress. Containerpflanzen, deren Wurzeln in einem Topf gezüchtet wurden, sind ganzjährig pflanzbar. Sie verfügen über ein kräftiges Wurzelwerk und benötigen im Unterschied zu Pflanzen als Ballenware kaum Unterstützung nach der Pflanzung.
Der richtige Rückschnitt für eine reiche Fruchtbildung der Aucuba
Aukuben gelten als wunderschöne Ziersträucher, die sich durch einen formschönen Wuchs und eine attraktive Frucht auszeichnen, nicht aber durch eine auffällige Blüte. Für eine schöne Fruchtbildung ist daher der richtige Zeitpunkt für den Rückschnitt bedeutend, denn ein Schnitt zur falschen Zeit im Jahr gefährdet die Ausbildung der dekorativen Frucht. Die strahlend roten Früchte entstehen an den alten Trieben des vorigen Jahres, sodass ein Rückschnitt im frühen Frühjahr optimal ist. Von März bis Anfang April kann die Aucuba regelmäßig einmal pro Jahr mit einem leichten Schnitt der toten und schwachen Zweige in Form gebracht werden. Dies fördert einen dichten, vitalen Wuchs der Pflanze und sorgt für malerische Gartenmomente. Ein Rückschnitt im Sommer und Herbst zerstört die bereits angelegte Fruchtbildung und hat die fehlende Bildung der Beeren zur Folge.
Düngen und Bewässern: Tipps für vitale Aukuben
Obgleich die Pflanzen der Gattung Aucuba als robust und genügsam gelten, kann man sie mit der richtigen Pflege hervorragend unterstützen. Hier sind die richtige Bewässerung und die Düngung zum passenden Zeitpunkt zu beachten: Aukuben sind relativ genügsam, profitieren aber von einer gezielten Düngung im Frühjahr mit einem organischen Langzeitdünger wie Kompost oder Hornspänen bzw. mit einem Langzeit-Blattpflanzendünger. Die Hauptdüngung sollte bestenfalls im April erfolgen und eine leichte Nachdüngung ist im Juli sinnvoll, sofern das Wachstum der Aukube schwach ausfällt. Von einer Düngung im August ist hingegen abzuraten, dies hemmt neue Triebe vor dem Winter auszureifen.
Gleichmäßige Bodenfeuchte ist ideal – Staunässe vermeiden
Bezüglich der richtigen Bewässerung von Pflanzen der Gattung Aucuba verwöhnen diese mit ihrem genügsamen Charakter. Sie entwickeln sich am besten auf Untergründen mit einer gleichmäßigen Bodenfeuchte und benötigen lediglich in heißen Trockenphasen sowie im Winter Unterstützung durch den Gärtner. Sie reagieren sensibel auf Staunässe und sollten somit niemals zu großzügig gewässert werden. Nach der Pflanzung von jungen Pflanzen sollten diese zunächst mit einer leichten und regelmäßigen Bewässerung unterstützt werden. Pflanzen, die sich bereits etabliert haben, benötigen, abgesehen von periodischen Trockenzeiten, zumeist keinerlei Hilfestellung. Die natürliche Wasserzufuhr durch Regenwasser gilt als ausreichend. Da Aucuben mit einem immergrünen Blatt verwöhnen, sollten sie an frostigen Wintertagen mit einer leichten Zugabe von Wasser geschützt werden, denn die immergrünen Blätter verdunsten Wasser, können dieses aber nicht aus dem frostharten Boden aufnehmen.
Winterhärte und Winterschutz
Trotz ihrer großen Robustheit variieren die individuelle Winterhärte der jeweiligen Aucubenarten und -sorten, sowie die Präferenzen des Standorts und sollten dementsprechend berücksichtigt werden. Die Japanische Aukube ist die populärste Art der Gattung und in unseren Gärten sehr verbreitet. Sie gilt als winterhart bis zu einer Temperatur von minus 15 Grad Celsius und benötigt besonders in der Jugend Schutz an kalten Tagen. Sie reagiert nicht nur auf starke Fröste, sondern zudem auf den Einfluss von intensiver Wintersonne und Trockenheit. Hier empfiehlt es sich, die Pflanze mit einem Wärmevlies zu umhüllen und den Wurzelbereich mit einer Schicht Mulch oder Reisig zu bedecken. Aucuben, die in einem Kübel gepflanzt wurden, sollten ebenfalls mit ebendiesen Schutzmaßnahmen unterstützt werden. Generell gilt, dass die Aukube sensibel auf Wind reagiert. Ein geschützter Standort bietet den Sträuchern somit zusätzlichen Schutz und ermöglicht ihnen eine schadenfreie Überwinterung. Andere Aucubenarten, wie die Himalaya-Aucuba und die Chinesische- Aucuba sowie gelb panaschierte Sorten, sind empfindlicher bezüglich Frost und Sonne. Sie neigen zu Verbrennungen des Blattes durch die Wintersonne.
Verwendung der Aucuba im Garten
Die Aukube gilt als eine der populärsten Pflanzen für die Verschönerung von schattigen Gartenbereichen. Sie wächst auch dort, wo andere Pflanzen aufgrund der fehlenden Sonneneinstrahlung nicht gedeihen, und erfreut hier mit ihrer immergrünen Optik des Blattes. Die Aucuba ist generell vielseitig einsetzbar und verwöhnt mit einem großen Pflanzspektrum. Sie eignet sich für die Verschönerung von Schattenbeeten, zum Beispiel zur Unterpflanzung von Bäumen, zur Pflanzung an Nordseiten von Häusern und auch als Kübelgewächs für einen lichtarmen Innenhof. Die immergrüne Pflanze schafft Struktur und dient in Rabatten als Hintergrundpflanze. Ihr dunkles Blattwerk schafft Kontrast zu anderen blühenden Pflanzen und lässt farbenfrohe Blüher besonders ausdrucksstark leuchten. Auch als Heckenpflanze verwendet, eignet sich die Aucuba und erfreut dann mit ihrer blickdichten sowie pflegeleichten Erscheinung. Der Strauch erweist sich als ausgesprochen vielseitig und ermöglicht die Pflanzung in einem ausreichend großen Kübel, um etwa einem Balkon ganzjährig exotische Frische zu verleihen. Als besonders schöne Pflanzpartner haben sich immergrüne Stauden erwiesen, die dem Garten eine harmonische Wirkung verschaffen. Auch blühende Stauden, Sträucher wie der Rhododendron und Zwiebelgewächse im Frühjahr erweisen sich als wunderschön im Zusammenspiel mit der Aucuba als Hintergrundpflanze. Generell gilt, dass die Pflanzen der Gattung Aucuba nicht im klassischen Sinne als Solitärgewächse gelten. Sie wirken vor allem als Kombinationspartner im Hintergrund und verschaffen dem Betrachter eine ruhige und strukturierte Gartenatmosphäre.
Häufige Fragen rund um die Gattung Aucuba
Sind Aucuben giftig?
Ja, Aucuben haben giftige Pflanzenteile. Die Beeren gelten als giftig und können beim Verzehr dieser zu Magen- und Darmbeschwerden führen.
Warum bekommt meine Aucuba braune Blätter?
Die häufigste Ursache für das Braunwerden von Blättern der Aucuba ist zumeist der Einfluss einer zu intensiven Wintersonne, die zu Frosttrockenheit führt. Auch Staunässe kann dies verursachen, denn die Wurzeln reagieren auf anhaltende Nässe mit Wurzelfäulnis. Generell kann eine falsche Bewässerung zu der Bildung von braunen Blättern führen. Hier ist darauf zu achten, dass der Boden nicht trocken, aber auch nicht zu feucht ist.
Welcher Standort ist optimal für die Aucuba?
Aucuben gelten insgesamt als robust. Sie wachsen am besten an schattigen bis allenfalls halbschattigen Standorten und vertragen keinerlei direkte Mittagssonne. Ein windgeschützter Pflanzplatz mit einem humosen und gut drainierten Boden verschafft der Aucuba die besten Bedingungen zum Wachsen.