Botanisches Porträt und Besonderheiten des Japanischen Johanniskrauts (Hypericum)
Die Pflanzengattung Hypericum ist ausgesprochen vielseitig und umfasst circa 450 Arten von krautigen Stauden, Sträuchern und Halbsträuchern. Die Pflanzen sind nahezu weltweit verbreitet; lediglich im tropischen Tiefland, in der Arktis und in Wüstenregionen sind sie nicht beheimatet. Die Gattung Hypericum ist im deutschsprachigen Raum unter dem Namen Johanniskraut bekannt und wird der botanischen Familie der Johanniskrautgewächse zugeordnet. Der Trivialname Johanniskraut bezieht sich auf die Blütezeit der Pflanzen, denn sie alle blühen im Juni um den Namenstag des heiligen Johannes des Täufers.
Botanische Einordnung und Geschichte des Hypericum
Das Japanische Johanniskraut ist in Mitteleuropa sehr populär und in unzähligen Selektionen erhältlich. Besonders bekannt ist das in Deutschland heimische Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum). Es dient neben seiner Verwendung als charismatische Zierpflanze auch als Heilpflanze im Bereich der Volksmedizin und wird zu diesem Zweck gezielt kultiviert. Erstmals beschrieben wurde die Gattung im Jahre 1753 durch den Botaniker Carl von Linné. In unseren Gärten gepflanzt, verwöhnen Hypericumpflanzen mit einer wunderschönen, zumeist gelblichen Blüte und einer attraktiven kleinen Frucht. Sie wachsen zudem malerisch und eignen sich hervorragend für die Verschönerung des heimischen Gartens.
Japanisches Johanniskraut wächst krautig als Staude oder auch strauchartig
Die Pflanzengattung Hypericum ist sehr vielfältig und umfasst unzählige Arten sowie daraus resultierende Züchtungen. Je nach Art entwickeln sie sich zu krautigen oder verholzenden Pflanzen, die sich als Staude, Halbstrauch oder Strauch präsentieren. Japanisches Johanniskraut wächst mehrjährig und aufrecht strebend mit einer lockeren, buschigen Wuchsform. Sie erreichen je nach Art eine Endhöhe von lediglich 20 Zentimetern bis zu einer Größe von 3 Metern. Zumeist streben die Triebe der Hypericumpflanzen aus der Wurzelbasis heraus und gelten als horstbildend. Einzelne Sorten hingegen wachsen bodendeckerartig und eignen sich brillant für die Pflanzung als Lückenfüller in Beeten.
Das Blatt des Hypericums ist dunkelgrün und glatt
Hypericumpflanzen sind sehr unterschiedlich in ihrer Wuchsform, ihre Blätter hingegen präsentieren sich mit vielen Gemeinsamkeiten. Die Blätter des Japanischen Johanniskrauts stehen gegenständig an den Zweigen und sind zumeist oval bis elliptisch geformt. Sie haben einen glatten Blattrand und werden je nach Art 1 bis 5 Zentimeter lang. Die meisten Arten haben eine glatte Blattoberseite und wirken oftmals leicht ledrig. Das dunkelgrüne Blatt des Johanniskrauts hat eine Besonderheit: Viele Arten besitzen Blätter mit durchscheinenden Punkten. Diese Punkte sind Öldrüsen, die ätherische Öle enthalten und im Lichtschein wie kleine Löcher wirken.
Die Blüten des Japanischen Johanniskrauts blühen gelb und locken Insekten an
Hypericum verwöhnt im Sommer von Juni bis August mit einer attraktiven Blütenpracht. Die meisten Arten bilden eine leuchtend gelbe Blüte aus, vereinzelt blühen sie auch in Goldgelb bis Orange. Die einfachen Schalenblüten wirken sternartig und haben fünf Blütenblätter sowie zahlreiche lange Staubblätter, die oftmals büschelartig angeordnet sind. Die Blüten des Japanischen Johanniskrauts stehen zumeist in lockeren Blütenständen an den Triebspitzen. Sie bescheren dem Gärtner einen farbenfrohen Anblick und locken zudem unzählige Bienen und andere Insekten an, die sich an dem hohen Pollengehalt erfreuen.
Japanisches Johanniskraut bildet dekorative Kapselfrüchte aus
Hypericumpflanzen bilden im Verlaufe des Herbstes eiförmige Früchte aus. Die kleinen Kapselfrüchte sind zunächst grünlich und werden bei entsprechender Reifung bräunlich. Die trockenen Kapseln enthalten die Samen des Johanniskrauts und springen nach der Reifung auf, um diese freizugeben. Die Früchte des Japanischen Johanniskrauts sind nicht giftig, sollten aber auch nicht verzehrt werden, da sie in größeren Mengen zu gesundheitlichen Beschwerden führen können.
Besondere Bedeutung und Nutzen der Gattung Hypericum
Die Pflanzengattung Hypericum hat neben ihrer gärtnerischen Bedeutung besonders im Bereich der Medizin und der Ökologie Relevanz. Die bekannteste Art Hypericum perforatum gilt weltweit als Heilpflanze und wird in Arzneien zur Behandlung von Depressionen, Nervosität und Unruhe verwendet. Auch ein Öl aus Johanniskraut wird zur Linderung von Verbrennungen und Hautentzündungen angewandt.
Verwendung des Japanischen Johanniskrauts als Zierpflanze
Als Zierpflanze wird Japanisches Johanniskraut in vielen Gärten und Parkanlagen gepflanzt. Die Pflanzen dienen als Bodendecker zur Beetverschönerung oder auch als Zierstrauch. Die gelben Blüten von Hypericum verwöhnen optisch mit ihrer lieblichen Erscheinung und liefern vielen Insekten eine reichhaltige Nahrungsquelle.
Der ideale Standort für das Hypericum
Die Pflanzen der Gattung Hypericum gelten insgesamt als pflegeleicht. Sie wachsen in freier Natur bevorzugt auf Wiesen, an Wegrändern und am Waldrand und sind somit sehr robust. Die individuellen Ansprüche des Japanischen Johanniskrauts hängen von der jeweiligen Art ab; generell wachsen sie aber am besten an lichtreichen Standorten und bevorzugen lockere Untergründe. Auf Staunässe reagiert Hypericum hingegen sensibel; es sollte daher durch die Schaffung eines guten Wasserabflusses unterstützt werden.
Japanisches Johanniskraut mag es sonnig und lichtreich
Japanisches Johanniskraut mag es lichtreich und sonnig bis allenfalls halbschattig. Hier gepflanzt, entwickeln sich die Pflanzen mit ihrer schönsten Blüte und verwöhnen mit einem vitalen Wuchs. Ein Standort im lichten Schatten wird akzeptiert; rein schattige Standorte hingegen mindern das Wachstum und führen zu einer schwachen bis zu keiner Blütenbildung bei Hypericum.
Welche Bodenbeschaffenheiten benötigt das Hypericum zum Wachsen?
Hypericum gilt insgesamt als genügsam und pflegeleicht. Die Pflanzen bevorzugen durchlässige, lockere, leicht trockene bis mäßig feuchte Böden mit einer möglichst gleichmäßigen Bodenfeuchte. Hier gepflanzt, entwickelt sich das Japanische Johanniskraut am besten und überzeugt mit einer malerischen Optik. Da Johanniskräuter sensibel auf Staunässe reagieren, ist ein guter Wasserabfluss elementar.
Anpassungsfähigkeit von Japanischem Johanniskraut an karge Böden
Hypericum kommt hervorragend auch mit ärmeren Untergründen zurecht und eignet sich somit besonders für die Pflanzung auf sandigen oder kiesigen Böden. Die Pflanzen bevorzugen einen leicht sauren bis neutralen pH-Wert des Bodens und gelten insgesamt als sehr anpassungsfähig. Dies macht Japanisches Johanniskraut zu einer pflegeleichten sowie robusten Gartenschönheit und verschafft der Gattung große Beliebtheit bei der Verschönerung von heimischen Gärten und öffentlichen Parkanlagen.
Die wichtigsten Hypericum-Arten im Überblick
Die Gattung Hypericum ist sehr vielfältig und umfasst circa 450 Arten, von denen einige besonders beliebt für die Verwendung als Zierpflanze in unseren Gärten sind. Hypericum calycinum sowie die Wildform Hypericum perforatum wachsen bodendeckerartig. Andere Arten wie Hypericum x inodorum und Hypericum patulum entwickeln sich strauchartig mit einer immergrünen Optik und gelten als Grundlage für viele Zierformen des Japanischen Johanniskrauts.
Hier eine Liste der schönsten Hypericum-Arten und ihrer Besonderheiten:
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Hypericumart / Sorte
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Wuchs
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Besonderheit
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Hypericum x inodorum
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0,6-1,2 m hoch, aufrechter Strauch, kleinwüchsig
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Dekorative Früchte, leuchtend rot, Winterschmuck
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Hypericum x inodorum ‘Magical Black‘
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1 m hoch, ebenso breit, kompakt, kleiner Strauch
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Immergrün, gelbe Blüten, dunkelrote Frucht, sehr zierend
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Hypericum x inodorum ’Magical Red‘
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1 m hoch, ebenso breit, kompakt, kleiner Strauch
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Immergrün, gelbe Blüte, auffallend rote Frucht
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Hypericum x inodorum ’Miracle Blizz‘
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0,6 m hoch, aufrecht, Zwergstrauch, dichtbuschig
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Wintergrün, schwarze Früchte, üppige Blüte in gelb
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Hypericum x inodorum ‘Miracle Wonder‘
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0,5 m hoch, Zwergstrauch, aufrecht, kompakt
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Wintergrün, schwarze Früchte, gelbe Blüte
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Hypericum patulum
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1-2 m hoch, Strauch, lockere Kronenstruktur, elegant
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Gelbe Blüte, robust und anpassungsfähig
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Hypericum calycinum
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0,3-0,6 m hoch, teppichbildend
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Auffallend große Blüte, gelb, sehr robust und schattenverträglich
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Hypericum perforatum
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0,4-0,8 m hoch, Staude
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Heilpflanze, gelbe Blüte, naturnahe Wildform
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Pflanzung, Pflege und Schnitt des Japanischen Johanniskrauts
Für ein bestmögliches Wachstum sollten die individuellen Bedürfnisse des Japanischen Johanniskrauts bezüglich des richtigen Pflanzzeitpunktes, der Bewässerung sowie des korrekten Rückschnitts und der Düngung berücksichtigt werden. Dies garantiert dem Gärtner einen kräftigen Wuchs von Hypericum sowie eine reiche Blüte und sorgt für malerische Naturimpressionen.
Optimale Pflanzzeit für das Hypericum
Hypericumarten gelten insgesamt als anpassungsstark. Trotzdessen gilt es, sowohl die individuellen Bedürfnisse der Arten als auch die jeweiligen Witterungsbedingungen zu beachten. Die beste Zeit für die Pflanzung von Japanischem Johanniskraut ist im Frühjahr im Zeitraum von März bis Mai. Der Boden ist dann bereits frostfrei und leicht vorgewärmt, sodass die Pflanzen den ganzen Sommer über Zeit haben, intensiv einzuwurzeln. Alternativ ist auch die Pflanzung des Hypericums im frühen Herbst möglich. In den Monaten September bis Oktober ist der Boden noch warm, was das Anwachsen vor dem ersten Frost begünstigt.
Tipps zur Pflanzvorbereitung für Japanisches Johanniskraut
Im Unterschied zu Ballenware können Hypericumpflanzen als Containerware nahezu ganzjährig gepflanzt werden, sofern der Boden frostfrei ist. Sie verfügen bereits über ein starkes Wurzelgeflecht und gelten als robuster. Auch die Vorbereitung des Untergrundes vor der Pflanzung begünstigt ein optimales Ergebnis. Es empfiehlt sich daher, den Boden am jeweiligen Standort gründlich zu lockern und gegebenenfalls mit Kompost oder Mulch zu verbessern. Ein Aushub, der etwa doppelt so groß wie der Wurzelballen des Japanischen Johanniskrauts ist, garantiert ein vitales Wachstum.
Der richtige Rückschnitt von Hypericum für eine üppige Blüte
Ein fachmännischer Rückschnitt des Japanischen Johanniskrauts zum richtigen Zeitpunkt hilft der Pflanze, sich vital zu entwickeln. Der optimale Zeitpunkt für den Rückschnitt von Hypericum ist im Frühjahr vor dem Neuaustrieb. In der Zeit von März bis April empfiehlt es sich, die stark verholzten Stängel des Vorjahres zu kürzen, um den Austrieb frischer Triebe zu fördern. Ein zusätzlicher Formschnitt nach der Blüte von August bis September ist ebenfalls sinnvoll. Alte Blütenstände sollten entfernt und verholzte Triebe bodennah geschnitten werden. Dies begünstigt einen dichten Wuchs und regt die Blütenbildung an. Ein zu radikaler Rückschnitt ist jedoch nicht empfehlenswert, da die Triebe aus der Wurzelbasis austreiben und ein zu starker Schnitt das neue Wachstum verzögern kann.
Düngen und Bewässern: Tipps für vitale Pflanzen des Japanischen Johanniskrauts
Für ein bestmögliches Pflanzergebnis ist eine fachkundige Düngung der Hypericumarten entscheidend. Generell gelten Johanniskrautpflanzen als sehr genügsam und kommen hervorragend mit nährstoffarmen Böden zurecht. Dennoch empfiehlt es sich, das Japanische Johanniskraut im Frühjahr mit einer sparsamen Gabe von Kompost oder einem organischen Düngemittel zu unterstützen. Von einem starken Stickstoffdünger ist abzuraten, da Hypericum ansonsten zu buschig austreibt und die Blütenbildung vernachlässigt. Eine weitere Düngung ist zumeist nicht nötig, da die Pflanzen sensibel auf Überdüngung reagieren.
Hinweise zur Wasserversorgung von Hypericum
In Bezug auf die Bewässerung zeigt sich das Japanische Johanniskraut ebenfalls als sehr genügsam. Es wächst auch auf trockenen Böden und erweist sich im Sommer als sehr robust. Etablierte Exemplare von Hypericum benötigen lediglich in extremen Trockenperioden zusätzliche Wassergaben. Junge Pflanzen sowie Kübelgewächse sollten hingegen regelmäßig gewässert werden, um ein gutes Anwachsen zu garantieren. Generell gilt es, Staunässe zu vermeiden, da das Wurzelwerk des Johanniskrauts sonst zu Fäulnis neigt.
Winterhärte und Winterschutz für das Japanische Johanniskraut
Die Winterhärte des Johanniskrauts hängt entscheidend von der jeweiligen Art, dem Standort sowie dem Alter der Pflanze ab. Die meisten Hypericum-Arten gelten grundsätzlich als gut winterhart und vertragen Temperaturen bis zu minus 20 Grad Celsius. Junge Pflanzen sowie Kübelgewächse sind hingegen frostempfindlicher und benötigen in den ersten Jahren einen Winterschutz, beispielsweise durch eine Umhüllung mit Wärmevlies oder das Mulchen des Wurzelbereichs. Zudem kann man das Japanische Johanniskraut durch einen geschützten Standort unterstützen. Die Wasserversorgung im Winter sollte so abgestimmt sein, dass die Pflanze weder austrocknet noch zu nass steht. Dies macht Hypericum zu einem exzellenten Ziergehölz für den mitteleuropäischen Garten.
Verwendung des Hypericums im Garten
Die Pflanzen der Gattung Hypericum sind nicht nur medizinisch wertvoll, sie gelten auch als vielseitige Ziergehölze. Viele Arten begeistern mit leuchtend gelben Blüten und einer langen Blütezeit, die dem Garten eine farbenfrohe Optik verleiht. Zudem wirkt der herbstliche Fruchtschmuck des Japanischen Johanniskrauts sehr dekorativ und macht die Pflanzen auch im Winter zu einem Hingucker. Hypericum entwickelt sich je nach Sorte als Bodendecker oder strauchartig und eignet sich somit für nahezu jede Gartengröße. Die attraktiven Sträucher sind echte Insektenmagneten und verschönern Beete als Blühstrauch oder Hecke. Besonders in Pflanzgruppen innerhalb naturnaher Gärten bescheren sie einen malerischen Anblick. Sie lassen sich hervorragend mit Stauden wie Sonnenhut oder Lavendel unterpflanzen oder mit blühenden Sträuchern wie Hartriegel oder Fingerstrauch kombinieren. Die robusten Pflanzen sind pflegeleicht und erweisen sich zu jeder Jahreszeit als optisches Highlight.
Häufige Fragen rund um die Gattung Hypericum
Wann blüht Hypericum?
Die Pflanzen der Gattung Hypericum blühen von Juni bis August und verfügen über eine beeindruckend lange Blütezeit. Sie entwickeln gelbe Schalenblüten mit fünf Blütenblättern und markanten, langen Staubgefäßen.
Welche Hypericum-Arten sind in Deutschland bekannt?
Die Gattung Hypericum ist sehr umfangreich und umfasst circa 450 Arten. Zu den populärsten Vertretern in Mitteleuropa gehören Hypericum perforatum, Hypericum calycinum und Hypericum androsaemum.
Wofür wird Hypericum verwendet?
Hypericumpflanzen dienen sowohl als Heilpflanze mit stimmungsaufhellender Wirkung als auch als wertvolles Gartengehölz. In der Gartenplanung überzeugt das Japanische Johanniskraut mit attraktiven Blüten und dekorativem Fruchtschmuck, wobei es je nach Art als Strauch oder Bodendecker eingesetzt werden kann.