Botanisches Portrait und Besonderheit des Perückenstrauchs / Cotinus
Der Perückenstrauch ist eine Pflanzenart innerhalb der Gattung Cotinus und wird der botanischen Familie der Sumachgewächse zugeordnet. Die Gattung umfasst etwa vier Arten, die im Mittelmeerraum, in Südwestasien sowie in Kleinasien heimisch sind. Die im deutschen Gartenbau populärste Art ist Cotinus coggygria. Sie ist regional unter ganz unterschiedlichen Namen bekannt und wird auch als Tiroler Sumach, Fisettholz, Färbersumach oder eben als Perückenstrauch bezeichnet. Die Bezeichnung bezieht sich auf die buschigen Fruchtstände der Sträucher, die optisch an Haare erinnern und den Pflanzen eine exotische Wirkung verleihen. Cotinus zählt zu den charaktervollsten Sommerblühern im sortimentsstarken Pflanzenangebot.
Herkunft und systematische Einordnung der Gattung Cotinus
Die Gattung Cotinus wurde im Jahr 1753 erstmals durch den Botaniker Carl von Linné wissenschaftlich beschrieben. Seitdem gelten die attraktiven Ziergehölze als beliebte Gartenstars. Sie erfreuen zuverlässig mit ihren dekorativen Fruchtständen, einem formschönen Wuchs sowie einem attraktiven Blattwerk und ermöglichen dem Gärtner zudem eine vielseitige Verwendung.
Perückensträucher sind zumeist laubabwerfende Sträucher, selten kleine Bäume, die breitbuschig wachsen und sich je nach Art und Sorte mit einer ungefähren Endhöhe von einem bis fünf Meter präsentieren. Sie entwickeln sich breitbuschig und ausladend mit einer locker verzweigten Kronenstruktur. Die Triebe der Perückensträucher sind relativ fein und bilden eine runde bis schirmartige Kronenform, deren Zweige im Verlauf der Zeit malerisch überhängen. Sie machen den Strauch zu einem charismatischen Blickfang.
Die Blätter des Perückenstrauchs glänzen sattgrün und wirken ledrig
Das Blatt des Perückenstrauchs zeichnet sich durch seine rundliche bis verkehrt-eiförmige Gestalt aus. Es hat ein stumpfes bis leicht zugespitztes Blattende und ist ganzrandig. Je nach Art und Sorte werden die einzelnen Blätter etwa drei bis acht Zentimeter lang, manchmal auch größer. Sie stehen wechselständig an den Zweigen und besitzen oftmals eine glatte sowie glänzende Oberfläche, die das Laub ledrig wirken lässt. Im Frühjahr und Sommer funkelt das Blatt in einem satten Grün und verleiht dem Garten eine frische Optik. Im Herbst färbt es sich dann in warme Nuancen von Gelb, Orange sowie Rot und beschert dem Gärtner einen farbenfrohen Anblick.
Die kleinen Blüten der Cotinus-Arten sind unscheinbar
Die Blüten der Perückensträucher entwickeln sich je nach Art im späten Frühjahr bis Frühsommer. Sie sind auffallend klein und wirken eher unscheinbar. Die Blüten bestehen aus fünf kleinen Kronblättern und mehreren Staubblättern und stehen in großen, lockeren Rispen zusammen, die gelblichgrün schimmern. Die Rispen werden bis zu 20 Zentimeter lang und sitzen an den Triebspitzen. Besonders markant ist ihr Erscheinungsbild aber nach dem Verblühen, denn die Blütenstiele entwickeln sich dann zu lang behaarten, federartigen Gebilden, die rosa bis rot oder silbrig schimmern und an die Optik einer Perücke erinnern.
Die Fruchtstände des Perückenstrauchs erinnern an eine Perücke
Aus den Blüten gehen im Herbst kleine Steinfrüchte hervor, die rundlich bis nierenförmig sind und zunächst grünlich schimmern, um dann im Verlauf der Reifung braun zu werden. Die kleinen Früchte sind nur wenige Millimeter groß und sitzen in den lockeren Blütenrispen der Cotinus-Pflanzen. Die markante Optik des Perückenstrauchs entsteht somit nicht allein durch die Früchte selbst, sondern vor allem durch die haarigen Fruchtstiele, welche die Frucht umgeben.
Besondere Bedeutung und Nutzen der Gattung Cotinus
Die Pflanzen der Gattung Cotinus sind beliebte Ziergehölze für Gärten und Parkanlagen und werden vor allem für ihre aparten, haarigen Fruchtstände geschätzt. Zudem verwöhnen sie oftmals mit einer attraktiven Blattfärbung und ermöglichen dem Gärtner eine vielseitige Verwendung. Sie gelten als populäre Solitärpflanzen und verfügen zudem über einen hohen ökologischen Wert, denn die Blüten liefern vielen Insekten Nektar und Pollen. Das Holz der Perückensträucher enthält Gerbstoffe, die früher gezielt gewonnen und im Bereich der Gerberei verwendet wurden. Botanisch eng verwandt ist Cotinus übrigens mit dem Essigbaum (Rhus), der ebenfalls zur Familie der Sumachgewächse gehört.
Der ideale Standort für den Perückenstrauch
Der ideale Standort für die Pflanzung von Perückensträuchern orientiert sich an den Bedingungen der Pflanze in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet. Die individuellen Ansprüche an Licht und Untergrund sollten daher berücksichtigt werden – sie sorgen für einen vitalen Wuchs und eine attraktive Optik des Cotinus.
Perückensträucher bevorzugen einen sonnigen Standort
Pflanzen der Gattung Cotinus bevorzugen einen sonnigen Standort, der ihnen ausreichend Licht beschert, um eine üppige Ausbildung der Fruchtstände zu ermöglichen. An einem lichtreichen Platz bilden sich die Fruchtstände am reichsten aus und verwöhnen mit ihrer extravaganten Optik. Auch die Blattfärbung der rotlaubigen Sorten entwickelt sich an einem sonnigen Standort am intensivsten. Halbschattige Gartenplätze toleriert der Perückenstrauch zwar, er wächst dort jedoch mit einer lockeren, sparrigen Verzweigung und bildet nur spärlich Blüten aus.
Welche Bodenbeschaffenheit Perückensträucher zum Wachsen benötigen
Perückensträucher zeigen sich in Bezug auf ihren Untergrund anpassungsfähig und genügsam. Je nach Art und Sorte bevorzugen sie einen mäßig trockenen bis frischen Boden mit einem mäßigen Nährstoffgehalt und gelten nach dem Anwachsen als trockenheitsverträglich. Auf Staunässe reagieren Perückensträucher sehr sensibel, sodass die Schaffung eines guten Wasserablaufs durch einen lockeren, durchlässigen Boden elementar ist und Wurzelfäulnis verhindert.
pH-Wert und Bodenoptimierung für Cotinus
In Bezug auf den pH-Wert fühlen sich Cotinus-Arten auf schwach sauren bis alkalischen Böden am wohlsten. Für ein bestmögliches Pflanzergebnis lohnt es sich daher, den Untergrund entsprechend den Bedürfnissen des Perückenstrauchs zu optimieren. Hierzu eignet sich etwa eine Untermischung mit Sand oder Kies.
Die wichtigsten Cotinus-Arten im Überblick
Die Pflanzengattung Cotinus umfasst lediglich vier Arten, von denen zwei für den Gartenbau in Mitteleuropa relevant sind und die Grundlage für ein breites Sortiment an Züchtungen bilden. Sowohl Cotinus coggygria (Gewöhnlicher Perückenstrauch) als auch Cotinus obovatus (Amerikanischer Perückenstrauch) sind häufig in Kultur und ermöglichen dem Gärtner eine vielfältige Sortenauswahl. Eine umfangreiche Sortenübersicht finden Sie in unserer Kategorie Perückenstrauch / Cotinus.
Die schönsten Perückenstrauch-Sorten und ihre Besonderheiten
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Cotinus-Art / Sorte
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Wuchs
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Besonderheit
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Cotinus coggygria
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3–5 m hoch, aufrecht, breitbuschig, ausladend
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Robuste Gartenart, vielseitig, dekorativ
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Cotinus coggygria ‚Royal Purple‘
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3 m hoch, kompakt, malerisch
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Dunkelrotes Laub, rotblättrige Sorte, sehr dekorativ
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Cotinus coggygria ‚Golden Spirit‘
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2–2,5 m hoch, kompakt
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Leuchtend gelbes Laub, sehr zierend
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Cotinus coggygria ‚Lilla‘
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1–1,5 m hoch, schwachwüchsig
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Zwergform, rotlaubig, ideal für kleine Gärten
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Cotinus coggygria ‚Old Fashioned‘
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2 m hoch, aufrecht, kompakt, dichtbuschig
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Pinker Blattaustrieb, sehr zierend
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Cotinus coggygria ‚Smokey Joe‘
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2 m hoch, buschig, aufrecht, dicht
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Große, buschige Fruchtstände, sehr dekorativ
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Cotinus coggygria ‚Dusky Maiden‘
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3 m hoch, breit, ausladend
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Üppige Blütenbildung, große Fruchtstände, sehr zierend, robust
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Cotinus obovatus
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6–10 m hoch, baumartig, aufrecht, breit ausladend
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Lockerer Kronenaufbau, baumartiger Wuchs, zierende Fruchtstände, malerischer Solitärbaum
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Pflanzung, Pflege und Schnitt des Perückenstrauchs
Für ein optimales Anwachsen von Perückensträuchern lohnt es sich, die individuellen Bedürfnisse der Cotinus-Arten in Bezug auf den richtigen Pflanzzeitpunkt, die passende Bewässerung und Düngung sowie auf einen fachkundigen Rückschnitt zu beachten. So können sich die Pflanzen bestmöglich entwickeln und sorgen für eine malerische Optik im Garten.
Wann und wie pflanze ich den Perückenstrauch am besten?
Der Perückenstrauch gilt insgesamt als genügsam und lässt sich unter Berücksichtigung des richtigen Zeitpunkts unkompliziert pflanzen. Die beste Zeit für die Pflanzung von Cotinus ist das Frühjahr in der Zeit von März bis Mai. Der Boden ist dann bereits leicht erwärmt und die Pflanzen haben ausreichend Zeit, um im Verlauf des gesamten Gartenjahres einzuwurzeln. Alternativ ist auch eine Pflanzung im Herbst möglich, sofern der Zeitpunkt frühzeitig vor den ersten Frösten gewählt wird, denn die Wurzeln benötigen ausreichend Zeit zum Anwachsen.
Containerpflanzen und Bodenvorbereitung für Cotinus
Containerpflanzen hingegen können ganzjährig gepflanzt werden, sofern der Boden frostfrei und die Temperaturen nicht zu hoch sind. Sie verfügen im Gegensatz zu Ballenware bereits über ein intensives Wurzelwerk und gelten als robuster. Für das bestmögliche Anwachsen des Perückenstrauchs lohnt es sich, den Boden entsprechend den individuellen Bedürfnissen zu optimieren. Schwere Untergründe sollten mit einer Untermischung von Sand oder Kies aufbereitet werden – das ermöglicht den Wurzeln, sich intensiv zu entfalten, und verhindert Staunässe. Nach der Pflanzung empfiehlt es sich, die Sträucher mit einer regelmäßigen Bewässerung sowie mit einer Mulchschicht im Wurzelbereich zu unterstützen. Dies hilft den Pflanzen, sich vital zu entwickeln, und fördert eine intensive Blütenbildung.
Der richtige Rückschnitt für eine üppige Blüten- und Fruchtbildung
Perückensträucher zeichnen sich vorwiegend durch ihre aparten Fruchtstände und einen formschönen Wuchs aus. Um die Ausbildung einer üppigen Blüte zu fördern, empfiehlt es sich, den Strauch vor dem Neuaustrieb im späten Winter oder im zeitigen Frühjahr mit einem leichten Pflegeschnitt zurückzuschneiden. Dann entwickeln sich Perückensträucher am schönsten und verwöhnen mit dem Anblick der charismatischen Fruchtstände. Es empfiehlt sich, abgestorbene und sich kreuzende Triebe zu entfernen, mit dem Ziel der Formerhaltung eines lockeren, natürlichen Wuchses.
Verjüngungsschnitt bei älteren Perückensträuchern
Bei älteren Pflanzen, die nicht kräftig wachsen und kaum Blüten bilden, ist ein stärkerer Rückschnitt sinnvoll – danach treiben sie zumeist umso kräftiger wieder aus. Die Triebe sollten hierzu stark gekürzt und einem radikalen Schnitt unterzogen werden. Im ersten Jahr nach dem Rückschnitt führt dies zwar zu einer spärlichen Blüte, dafür aber zu größeren Blättern und einem formschönen, kompakten Wuchs der Krone.
Düngen und Bewässern: Tipps für vitale Cotinus-Pflanzen
Cotinus-Arten gelten in Bezug auf Bewässerung und Nährstoffaufnahme als recht genügsam und pflegeleicht. Ältere Pflanzen, die sich an ihrem Standort etabliert haben, sind trockenheitsverträglich und benötigen in der Regel keine Unterstützung durch den Gärtner. Lediglich in anhaltenden Hitzeperioden empfiehlt es sich, sie maßvoll mit Wasser zu versorgen. Staunässe gilt es absolut zu vermeiden, denn hier reagieren Perückensträucher sehr sensibel. Junge Pflanzen benötigen in den ersten Jahren nach der Pflanzung eine regelmäßige Bewässerung, denn sie verfügen bisher nicht über ein kräftiges Wurzelwerk und müssen erst anwachsen. Sie sollten stets einen leicht feuchten Untergrund haben und entwickeln sich dann am vitalsten.
Die richtige Düngung des Perückenstrauchs
Auch in Bezug auf die Düngung sind Perückensträucher anspruchslos und reagieren sensibel auf Überdüngung. Eine leichte Gabe von Kompost oder einem organischen Dünger im Frühjahr ist völlig ausreichend und fördert einen schönen Wuchs. Eine weitere Nachdüngung ist nicht nötig und führt lediglich zu starkem Blattwachstum, nicht aber zur Entwicklung einer reichen Fruchtbildung. Generell sollte der Perückenstrauch nicht mehr im Spätsommer gedüngt werden, denn die Triebe benötigen nun ausreichend Zeit, um für den Winter auszureifen.
Winterhärte und Winterschutz beim Perückenstrauch
Perückensträucher sind insgesamt gut winterhart und benötigen in unseren Breiten gepflanzt auch an kalten Tagen keinerlei Unterstützung durch den Gärtner. Je nach Art und Sorte gelten sie als frosthart bis zu einer Temperatur von minus zwanzig bis minus fünfundzwanzig Grad Celsius. Besonders robust ist die in Deutschland sehr populäre Cotinus coggygria. Sie kann lediglich in extrem kalten Lagen mit einem leichten Schutz unterstützt werden – hier empfiehlt sich beispielsweise eine Mulchschicht im Wurzelbereich.
Winterschutz für junge Cotinus und Kübelpflanzen
Junge Perückensträucher sowie Kübelgewächse sind empfindlicher und müssen zunächst ausreichend anwachsen. Sie sollten daher in den ersten Jahren mit einem Winterschutz, zum Beispiel einem Wärmevlies, umhüllt werden. Der wichtigste Schutz für den Perückenstrauch an kalten Tagen ist die Vermeidung eines zu nassen Bodens, denn die Wurzeln reagieren hier sehr empfindlich und beginnen zu faulen.
Verwendung des Perückenstrauchs im Garten
Der Perückenstrauch ist ein vielseitiges Ziergehölz, das sich vorwiegend durch seine auffälligen Fruchtstände und sein attraktives Blattwerk auszeichnet. Die Sträucher eignen sich daher am besten für die Pflanzung in solitärer Stellung – dann wirken sie am schönsten und die aparten „Perücken“ kommen optimal zur Geltung. Sie wirken besonders ausdrucksstark inmitten einer Rasenfläche oder freistehend in einem Beet. Auch als Strukturpflanze im Hintergrund gepflanzt, setzen Perückensträucher Kontraste und erweisen sich als strahlende Blickfänge. Sie lassen sich hervorragend mit Lavendel, Farnen und anderen Stauden kombinieren und sorgen für malerische Gartenbilder. Besonders ansprechend haben sich silbrig schimmernde Laubfarben erwiesen, wie sie zum Beispiel bei Artemisia oder Lavendel zu finden sind.
Kombinationen und Pflanzpartner für Cotinus
Perückensträucher ermöglichen dem Gärtner somit eine vielseitige Verwendung und eignen sich als Garten- und Parkgehölz, aber auch als Kübelgewächs. Sie verwöhnen mit ihrer großen Vielseitigkeit und sind ein echtes Muss in jedem naturnahen Garten. Zudem gelten sie als robust, pflegeleicht und ausgesprochen winterhart. Wer das Sortiment ergänzen möchte, findet in der Kategorie Ziersträucher zahlreiche passende Pflanzpartner.
Häufige Fragen rund um die Gattung Cotinus
Ist der Perückenstrauch giftig?
Alle Pflanzenteile des Perückenstrauchs sind leicht giftig und sollten nicht verzehrt werden. Der Hautkontakt ist meist unproblematisch, kann aber in seltenen Fällen Reizungen hervorrufen.
Wann blüht der Perückenstrauch?
Perückensträucher blühen zumeist in der Zeit von Juni bis Juli. Danach entstehen ihre dekorativen, haarigen Fruchtstände.
Wie schnell wächst der Perückenstrauch?
Cotinus-Pflanzen sind je nach Art mittelstark bis kräftig wachsend. Kompakte Selektionen entwickeln sich langsam, die Wildarten hingegen deutlich schneller.