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Allgemeine Beschreibung von Platterbse - Lathyrus
Die Gattung Platterbse, botanisch als Lathyrus bekannt, umfasst etwa 160 Arten, die hauptsächlich in den gemäßigten Zonen der nördlichen Hemisphäre vorkommen. Auf Deutsch werden sie häufig auch als Wicken bezeichnet. Diese Pflanzen sind seit Jahrhunderten für ihre dekorativen und nützlichen Eigenschaften bekannt. Sie wachsen meist als einjährige oder mehrjährige Kletterpflanzen, können aber auch buschige Formen annehmen. Platterbsen stammen ursprünglich aus Europa, Asien und Nordamerika und haben sich aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit weltweit verbreitet.
Die Blüten der Platterbse - Lathyrus sind bekannt für ihre leuchtenden Farben und ihre zarte, elegante Form. Typische Blütenfarben sind Weiß, Rosa, Rot, Blau und Lila. Die Blüten sind meist schmetterlingsförmig und sitzen in Trauben oder Rispen. Die Blütezeit variiert je nach Art und Sorte, erstreckt sich aber meist von Frühling bis Spätsommer. Beispielsweise blüht die Duftwicke (Lathyrus latifolius 'Rote Perle' - siehe Foto) den ganzen Sommer über von Juni bis August und verströmt dabei einen angenehmen Duft.
Die Blätter der Platterbse sind paarig gefiedert und haben eine zarte, hellgrüne bis mittelgrüne Färbung. Sie bestehen aus mehreren kleinen Blättchen, die symmetrisch angeordnet sind. Viele Arten besitzen zudem Ranken, die an den Blattstielen wachsen und der Pflanze helfen, an Stützen oder anderen Pflanzen emporzuklettern. Diese Ranken machen die Platterbse besonders attraktiv für vertikale Gärten und Spaliere.
Platterbsen wachsen meist als Kletterpflanzen und erreichen eine Höhe von bis zu 2 Metern, abhängig von der Sorte und den Wachstumsbedingungen. Es gibt jedoch auch buschige Varianten, die nur etwa 30 bis 60 cm hoch werden. Die Kletternden Sorten benötigen eine Stütze, an der sie sich emporranken können, während die buschigen Sorten auch ohne zusätzliche Unterstützung gedeihen. Die Pflanzen haben ein kräftiges Wurzelsystem, das ihnen hilft, Nährstoffe effizient aufzunehmen.
Beispielhafte Sorten von Platterbse - Lathyrus
Lathyrus latifolius 'Rosa Perle': Auch als Duftwicke bekannt, besticht durch ihre intensiven Düfte und die Vielzahl an Blütenfarben.
Lathyrus latifolius 'Weiße Perle': Die Stauden-Wicke, eine mehrjährige Pflanze, die robuste Blüten in Weißtönen hervorbringt.
Lathyrus vernus (siehe Foto): Die Frühlings-Platterbse, eine niedriger wachsende Art, die früh im Jahr blüht und sich ideal für schattige Standorte eignet.
Pflanzanweisungen und Pflege
Die richtige Pflanzung und Pflege der Platterbse - Lathyrus sind entscheidend für ihr gesundes Wachstum und ihre üppige Blüte. Hier sind einige grundlegende Tipps, um das Beste aus diesen schönen Pflanzen herauszuholen. Allgemeine Pflanz- und Pflegetipps stehen auf unserem Blog zusammengefasst. In unseren Videos zu Pflanzanleitungen findet man weitere nützliche Informationen.
Standort, Boden und Lichtbedingungen
Platterbsen bevorzugen sonnige bis halbschattige Standorte. Der Boden sollte gut durchlässig, nährstoffreich und leicht kalkhaltig sein. Staunässe ist zu vermeiden, da sie zu Wurzelfäule führen kann. Eine gute Drainage und regelmäßiges Mulchen unterstützen das gesunde Wachstum der Pflanzen. Bei Kletterpflanzen ist es wichtig, eine stabile Rankhilfe bereitzustellen.
Winterhärte
Die Winterhärte der Platterbse variiert je nach Art. Einjährige Sorten wie Lathyrus odoratus sind nicht winterhart und müssen jedes Jahr neu ausgesät werden. Mehrjährige Sorten wie Lathyrus latifolius sind winterhart und können in den meisten gemäßigten Klimazonen den Winter im Freien überstehen. Es ist jedoch ratsam, die Wurzeln im Spätherbst mit einer Mulchschicht zu schützen. Weitere Informationen zu Winterschutz/Winterhärte sind auf unserem Blog zusammengefasst.
Geeigneter Pflanzzeitpunkt für Platterbse - Lathyrus
Der ideale Pflanzzeitpunkt für die Staude Platterbse (Lathyrus) liegt im Frühjahr oder frühen Herbst. Diese robuste Pflanze bevorzugt gut durchlässige, nährstoffreiche Böden und gedeiht am besten an sonnigen bis halbschattigen Standorten. Das Frühjahr, besonders von März bis Mai, ist eine günstige Zeit, um die Platterbse zu pflanzen, da sie während der Wachstumsperiode ausreichend Zeit hat, starke Wurzeln zu entwickeln und sich gut im Garten zu etablieren.
Auch der frühe Herbst, im September oder Oktober, eignet sich gut zur Pflanzung. Zu diesem Zeitpunkt ist der Boden noch warm genug, um das Wurzelwachstum anzuregen, bevor die kalte Jahreszeit beginnt. Dadurch kann die Platterbse gut eingewurzelt überwintern und im nächsten Frühjahr kräftig austreiben.
Beim Pflanzen sollte ein Abstand von etwa 30 bis 40 Zentimetern zwischen den Pflanzen eingehalten werden, um genügend Platz für das Wachstum zu bieten. Eine gute Bodenvorbereitung mit Kompost oder organischem Material unterstützt das Anwachsen und sorgt für eine gesunde, blühfreudige Entwicklung der Pflanze.
Rückschnitt
Der richtige Rückschnitt der Staude Platterbse (Lathyrus) ist entscheidend, um die Pflanze gesund zu halten und eine üppige Blüte zu fördern. Nach der Blüte, die meist im Frühsommer beginnt und bis in den Herbst andauern kann, sollten die verblühten Blütenstände regelmäßig entfernt werden. Dieser „Deadheading“-Rückschnitt verhindert die Samenbildung und fördert eine längere Blütezeit, da die Pflanze ihre Energie in die Bildung neuer Blüten statt in die Samenproduktion investiert.
Im Spätherbst, wenn die Pflanze beginnt, sich auf den Winter vorzubereiten, sollte die Platterbse bodennah zurückgeschnitten werden. Schneiden Sie die Stängel auf etwa 5 bis 10 Zentimeter über dem Boden zurück, um die Pflanze vor Winterkälte zu schützen und mögliche Krankheiten oder Schädlingsbefall zu vermeiden.
Im Frühjahr können Sie eventuell verbliebene abgestorbene Triebe entfernen, um Platz für frisches, gesundes Wachstum zu schaffen. Ein regelmäßiger Rückschnitt hält die Platterbse vital und fördert eine kräftige Blüte im nächsten Jahr, sodass die Pflanze im Garten weiterhin ein farbenfroher Blickfang bleibt.
Sonstige Pflegemaßnahmen inklusive Bewässerung
Platterbsen benötigen regelmäßige Bewässerung, besonders während Trockenperioden. Der Boden sollte gleichmäßig feucht gehalten werden, ohne dass Staunässe entsteht. Tipps zur richtigen Bewässerung sind auf unserem Blog zu finden.
Eine ausgewogene Düngung mit einem stickstoffarmen Dünger fördert das Wachstum und die Blütenbildung. Regelmäßiges Mulchen hilft, die Bodenfeuchtigkeit zu erhalten und Unkrautwuchs zu verhindern.
Verwendung von Platterbse - Lathyrus
Platterbsen - Lathyrus sind vielseitig einsetzbar und eignen sich hervorragend für Spaliere, Zäune und Rankgitter, wo sie ihre Kletterfähigkeiten voll entfalten können. Sie sind ideal, um unansehnliche Strukturen zu verdecken oder vertikale Akzente im Garten zu setzen. Die buschigen Sorten machen sich gut in Beeten und Rabatten, wo sie farbenfrohe Akzente setzen und mit anderen Stauden kombiniert werden können. Platterbsen eignen sich auch hervorragend für die Bepflanzung von Containern und Hängekörben, was sie zu einer flexiblen Wahl für Balkone und Terrassen macht. Ihre attraktiven und oft duftenden Blüten sind zudem eine Bereicherung für Blumensträuße und florale Arrangements.
Besonderheiten und Vermehrung
Platterbsen sind bekannt für ihre Stickstofffixierung, eine Eigenschaft, die sie besonders nützlich für die Bodenverbesserung macht. Sie bilden symbiotische Beziehungen mit Bodenbakterien, die Stickstoff aus der Luft binden und in eine für Pflanzen nutzbare Form umwandeln. Dies kann den Nährstoffgehalt des Bodens erhöhen und das Wachstum benachbarter Pflanzen fördern.
Vermehrung
Platterbsen können durch Samen oder durch Teilung vermehrt werden. Die Aussaat erfolgt am besten im Frühjahr, wenn die Bodentemperatur ausreichend warm ist. Die Samen sollten über Nacht in Wasser eingeweicht werden, um die Keimung zu verbessern. Bei der Direktaussaat im Freiland werden die Samen 2-3 cm tief in den Boden gesteckt und gut angegossen. Eine Vorquellbehandlung kann die Keimrate erhöhen. Mehrjährige Sorten können durch Teilung der Wurzelballen im Frühjahr oder Herbst vermehrt werden.
Krankheiten und Schädlinge von Platterbse - Lathyrus
Platterbsen sind relativ robust, können jedoch von verschiedenen Krankheiten und Schädlingen befallen werden. Eine gute Pflege und richtige Standortwahl können viele Probleme verhindern. Ein Befall sollte möglichst schnell behandelt werden, um größere Schäden an der Staude zu vermeiden. Im Folgenden sind mögliche Krankheiten und Schädlinge mit jeweiligen Gegenmaßnahmen aufgeführt.
Krankheiten und Gegenmaßnahmen bzw. Vorbeugung
Zu den häufigsten Krankheiten bei Platterbsen zählen Echter Mehltau und Wurzelfäule. Echter Mehltau zeigt sich durch einen weißen, pudrigen Belag auf den Blättern und kann durch regelmäßige Bewässerung und gute Luftzirkulation verhindert werden. Wurzelfäule wird durch übermäßige Bodenfeuchtigkeit verursacht. Eine gute Drainage und das Vermeiden von Staunässe sind wichtige Vorbeugungsmaßnahmen. Bei Befall sollten betroffene Pflanzenteile entfernt und entsorgt werden, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.
Schädlinge und Gegenmaßnahmen bzw. Vorbeugung
Schädlinge wie Blattläuse, Schnecken und Spinnmilben können Platterbsen befallen. Blattläuse saugen an den Pflanzenteilen und können das Wachstum hemmen, während Schnecken die Blätter und jungen Triebe anfressen. Spinnmilben verursachen feine Gespinste und führen zu gelben Flecken auf den Blättern. Vorbeugende Maßnahmen umfassen regelmäßige Kontrollen und das Entfernen befallener Pflanzenteile. Natürliche Feinde wie Marienkäfer und Schlupfwespen können zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden. Bei starkem Befall können auch umweltverträgliche Pflanzenschutzmittel verwendet werden. Insgesamt sind Platterbsen pflegeleichte und vielseitige Pflanzen, die sowohl ästhetisch als auch ökologisch wertvoll sind. Mit der richtigen Pflege und Aufmerksamkeit können sie jeden Garten bereichern und für viele Jahre Freude bereiten.